Die wohlhabenden Bundesländer haben 2014 so viel an die defizitären gezahlt wie nie zuvor. Erstmals überwiesen die Geberländer mehr als neun Milliarden Euro an die Nehmerländer, wie das Handelsblatt unter Verweis auf die Endabrechnung des Finanzausgleichs berichtete. Demnach wurden 600 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr umverteilt, insgesamt 9,05 Milliarden Euro.

Mit Abstand größter Zahler war laut dem Bericht wieder Bayern, das den gesamten Zuwachs fast allein schultern müsse. Der Beitrag Baden-Württembergs, des zweitgrößten Zahlers, ist dem Bericht zufolge sogar leicht gesunken, und Hessen habe lediglich 50 Millionen Euro mehr als 2013 eingezahlt. 

Anders als 2013 zähle Hamburg wieder zum Kreis der Geberländer. Die übrigen zwölf Länder blieben Nehmer. Größter Profiteur des Finanzausgleichs war erneut Berlin.

Der seit Jahren umstrittene Finanzausgleich regelt die Verteilung der Einnahmen zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Er muss bis 2019 neu geregelt werden, weil dann der Solidarpakt ausläuft. 

Die drei Hauptgeberländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen bestehen auf Entlastungen, auch Nordrhein-Westfalen sieht sich im bestehenden System grob benachteiligt. Die Bundesländer repräsentieren die Hälfte der Bevölkerung. Bayern und Hessen haben zudem vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Länderfinanzausgleich in seiner jetzigen Form geklagt. Bayern verlangt, dass der Bund mehr an Berlin zahlt.