Der Energiekonzern E.on hat Verfassungsbeschwerde gegen das Ende des Zwischenlagers Gorleben eingelegt. Ein Sprecher des Bundesverfassungsgerichts bestätigte einen entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung. Zur Begründung heißt es bei E.on, das Zwischenlager Gorleben sei weiterhin eine "bewährte und funktionsfähige Lagerlösung für Wiederaufbereitungsabfälle".   

Durch die Schließung des Zwischenlagers entstehen Mehrkosten, und diese wolle E.on nicht tragen, berichtet die Süddeutsche. Denn das Gorleben-Aus sei "ausschließlich politisch motiviert". Das Ziel der Verfassungsklage: Gorleben solle entweder wieder aufgemacht werden, oder die öffentliche Hand trage alle Mehrkosten.

Die Süddeutsche berichtet, dass 26 Castor-Behälter aus Wiederaufbereitungsanlagen in Großbritannien und Frankreich ursprünglich nach Gorleben transportiert werden sollten. Nach der Schließung des Zwischenlagers gebe es derzeit keine Lagermöglichkeit für diese Castoren.

Eigentlich sollen sie laut neuem Atomgesetz in Zwischenlager bei Atomkraftwerken transportiert werden. Doch die Bundesländer könnten sich nicht einigen, wohin genau der Atommüll solle. So müssten die Castoren in den Wiederaufbereitungsanlagen in Frankreich und Großbritannien bleiben, für die Lagerung dort fielen Gebühren in Millionenhöhe an.

Die weitere Nutzung des Zwischenlagers Gorleben war 2013 auf Drängen Niedersachsens ausgeschlossen worden. Das Land hatte nur unter dieser Bedingung einer neuen Endlagersuche zugestimmt, die auch den nahegelegenen Salzstock umfasst.

Die Verfassungsbeschwerde richtet sich gegen die Neuerung des Atomgesetzes, das die Nutzung des Zwischenlagers ausschließt. Sie ist laut Gericht vorsorglich eingelegt worden, damit keine Fristen verstreichen. Parallel dazu beschreite E.on den normalen Rechtsweg über das Verwaltungsgericht.