Der Euro ist nach dem Beschluss zum Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) gegenüber dem Dollar auf seinen tiefsten Stand seit mehr als elf Jahren gefallen. Am Donnerstag um 19.45 Uhr war die europäische Einheitswährung nur noch 1,1375 Dollar wert. So billig war der Euro zuletzt Anfang September 2003. Die EZB hatte den Referenzkurs vor ihrer Entscheidung auf 1,1618 (Mittwoch: 1,1593) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8607 (0,8626) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,76440 (0,76710) britische Pfund, 136,70 (136,07) japanische Yen und 0,9943 (0,9997) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1295,75 (1293,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 35.030,00 (35.450,00) Euro.

Den Aktienmärkten hingegen gaben die EZB-Pläne Aufwind: Der Dax schloss in Frankfurt mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 10.435 Zählern. In der Spitze markierte der Aktienindex ein Allzeithoch von 10.454,05 Punkten. Der EuroStoxx 50 stieg um 1,6 Prozent auf 3.322 Punkte.

Auch die US-Börsen legten zu. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum Mittag 0,7 Prozent auf 17.672 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 lag ebenfalls 0,7 Prozent im Plus bei 2046 Zählern, der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,9 Prozent auf 4710 Stellen vor.   

EZB-Chef Mario Draghi hatte zuvor verkündet, die Zentralbank werde mindestens 1,14 Billionen Euro in die Märkte pumpen, um das Risiko einer Deflation abzuwenden. Von März 2015 bis September 2016 sollen jeden Monat Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Wert von 60 Milliarden Euro gekauft werden.