EU-Währungskommissar Pierre Moscovici hat das Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Kauf von Staatsanleihen begrüßt. EZB-Präsident Mario Draghi habe im Interesse der Eurozone insgesamt gehandelt, sagte er dem Handelsblatt. Es handele sich um ein wichtiges Programm, das der niedrigen Inflation und dem schwachen Wachstum in der Währungsunion Rechnung trage. Es gebe Risiken durch eine mögliche Deflation, fuhr Moscovici fort. 

Die EZB hatte am Donnerstag verkündet, mindestens 1,14 Billionen Euro in die Märkte pumpen zu wollen, um das Risiko einer Deflation abzuwenden. Draghi gab in Frankfurt am Main bekannt, dass die Zentralbank von März 2015 bis September 2016 jeden Monat Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Wert von 60 Milliarden Euro kaufen werde. Der Euro ist anschließend zwischenzeitlich auf ein Elf-Jahres-Tief gesunken. Der Dax erreichte dagegen ein Rekordhoch bei rund 10.500 Punkten.

Moscovici sagte im Gespräch mit dem Handelsblatt, Strukturreformen in den Staaten blieben weiter absolut notwendig. Dafür gebe es trotz des EZB-Programms auch weiterhin Anreize, etwa die flexible Auslegung der EU-Defizitgrenzen, wenn sich ein Staat zu Reformen verpflichte.