Zum ersten Mal seit dem Jahr 2009 sinken in der Eurozone die Verbraucherpreise – und zwar um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Energiepreise gingen etwa um 6,3 Prozent zurück, die Lebensmittelpreise stagnierten.   

Und in Deutschland? Die detaillierten Zahlen für Dezember 2014 liegen zwar noch nicht vor. Aber wahrscheinlich ist, dass Deutschland noch keinen Preisrückgang zu erwarten hat, sondern nur eine leichte Preissteigerung von 0,2 Prozent.  

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts für November 2014, die das Portal Statista für ZEIT ONLINE aufbereitet hat,  zeigen, dass auch in Deutschland der sinkende Ölpreis den Preisrückgang mitverursacht hat. Flüssige Brennstoffe – darunter verstehen Statistiker unter anderem Öl und Benzin – verzeichneten einen Preisrückgang von 9,84 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Autofahrer werden das aus eigener Anschauung kennen, die Sprit- und Dieselpreise sinken in ähnlichem Maße wie der Ölpreis. 

Die Preise für Speisefette und -öle gingen sogar um fast zwölf Prozent zurück. Auch die Kosten fürs Telefonieren und für Computer sind stark gesunken.          

Was man als Verbraucher aber auch spürt: Natürlich wird nicht alles günstiger. Die Preise für Kaffee, Tee und Kakao stiegen in Deutschland im vergangenen November um mehr als sieben Prozent. Auch Mode und Medizin verteuerten sich.    

Die Europäische Zentralbank fürchtet, dass die Euro-Zone in eine Deflation abrutschen könnte – eine Situation dauerhaft sinkender Preise. Für die europäische Wirtschaft wäre das fatal. Fallende Preise führen zu sinkenden Gewinnen und Einkommen und steigender Arbeitslosigkeit. Erwarten die Menschen dauerhaft sinkende Preise, zögern sie Konsum und Investitionen hinaus, was die Krise noch verstärkt.