Die griechische Regierung hat ihren Antrag für die Verlängerung der Kredithilfen an die Eurogruppe abgeschickt. Dies bestätigte ein Regierungsvertreter. Demnach bittet Griechenland um eine sechsmonatige Verlängerung der bestehenden Kreditvereinbarung. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem bestätigte, er habe den entsprechenden Brief erhalten. Offen bleibt allerdings weiter die wichtigste Frage: Ist die neue Athener Regierung nun bereit, im Gegenzug für Hilfskredite die Auflagen der internationalen Geldgeber zu akzeptieren? Ohne Einlenken sind die Europartner nicht zu Zugeständnissen an Athen bereit.

Der Brief aus Athen wird nun von der Arbeitsgruppe der Euro-Gruppe geprüft, in der Länder der Währungsunion, die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) vertreten sind. Nach Angaben aus EU-Kreisen kommt sie am Nachmittag zusammen, um sich mit dem griechischen Antrag zu befassen. Am Freitagnachmittag werden dann die Finanzminister der Eurogruppe über den neuen Hilfsantrag beraten, sagte Dijsselbloem.

Die Links-Rechts-Regierung in Athen möchte neue Kredite, will aber wegen der schlechten Wirtschaftslage gleichzeitig die bisherige Sparpolitik lockern. Die Kreditgeber – die Europäische Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds – lehnen dies ab. 

Annäherung "Tag für Tag"

Am Vorabend hatte sich der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis zuversichtlich gezeigt, dass die Verhandlungen am Freitag erfolgreich abgeschlossen werden können. "Tag für Tag, Stunde um Stunde kommen wir uns näher", sagte Varoufakis am Mittwochabend im griechischen Fernsehen. Nach seinen Worten solle das Dokument sowohl Griechenlands als auch die Wünsche Dijsselbloems erfüllen.

Am 28. Februar läuft das aktuelle Hilfsprogramm der Europäer aus. Ohne Verlängerung droht Griechenland die Pleite. Regierungssprecher Gavriil Sakellarides sagte am Morgen: "Unser Ziel ist, das Abkommen bald abzuschließen." Geplant ist nach Angaben aus Athener Regierungskreisen, eine Übergangsfinanzierung für ein halbes Jahr zu erreichen, um in der Zeit ein verändertes Reformprogramm auszuarbeiten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) gewährte den griechischen Banken am Mittwochabend noch einmal eine Verlängerung des Notkreditprogramms (ELA) und weitete den Rahmen auf 68,3 Milliarden Euro aus. Doch wie aus Notenbankkreisen verlautete, läuft das aktuelle ELA-Programm nur zwei Wochen. Die griechischen Banken brauchen frisches Geld, weil Bürger und Unternehmen wegen der ungewissen Zukunft ihre Konten leerräumen. Die EZB darf aber ELA-Kredite für einen längeren Zeitraum nur gewähren, wenn die Zahlungsfähigkeit des Staates gesichert ist.