In der internationalen Presse ist die Einigung zwischen Griechenland und der Europäischen Union am Samstag das beherrschende Thema. Im Ausland wird die griechische Regierung zumeist für ihr Einlenken gelobt. Die griechischen Kommentatoren richten ihren Blick in die Zukunft. Sie sind sich nahezu einig: Der Links-rechts-Regierung unter Alexis Tsipras bleibe nicht viel Spielraum, ihre Wahlversprechen wie beispielsweise Rentenerhöhungen in die Tat umzusetzen.  

"Einigung in einem erstickenden Rahmen", titelt die konservative griechische Traditionszeitung Kathimerini: "Die Regierung ist in der Realität angekommen und hat das getan, was sie tun musste, damit das Land nicht pleitegeht", kommentiert die Zeitung. Jetzt müssten alle Griechen zusammen dafür arbeiten, damit ohne weitere Turbulenzen alles in die Tat umgesetzt wird und "die Anstrengungen der vergangenen Jahre nicht verloren gehen."

Das Boulevardblatt Ethnos wählt die Schlagzeile: "Aufatmen bis Juni nach dem Kompromiss mit der Eurogruppe". Das Geheimnis des neuen Abkommens sei jedoch, dass Wahlversprechen eingefroren würden. Jede Maßnahme müsse von den Geldgebern geprüft und genehmigt werden, berichtet das Blatt weiter.  

Die Parteizeitung des regierenden Linksbündnisses I Avgi titelt: "Neue Ära ohne Memorandum und Troika". Athen habe nun vier Monate lang Zeit, um einen neuen Vertrag für Wachstum auszuarbeiten. Die konservative Zeitung Eleftheros Typos kommentiert: "Bremse für die Wahlversprechen und Liste für Reformen." Die Regierung habe sich daran gebunden, keine der bereits getroffenen Sparmaßnahmen ohne die Genehmigung der Geldgeber rückgängig zu machen.

Die Traditionszeitung der politischen Mitte Ta Nea meint, die Beziehungen der Regierungspartei Syriza mit dem Euroland hätten sich nun einigermaßen normalisiert. Die Schreckensszenarien mit einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone, mit Kreditverkehrskontrollen seien vorbei.