Griechenland gerät durch die Unsicherheiten im Schuldenstreit mit den Euro-Staaten auch durch die großen Ratingagenturen unter Druck. Das US-Haus Standard & Poor's (S&P) stufte die Bonitätsnote des Landes von "B" auf "B-" herab.

Als Grund nannte S&P die Liquiditätsengpässe griechischer Banken. Zudem könnten längere Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern die Finanzstabilität gefährden. Es drohten Geldabflüsse und im schlimmsten Falle Kapitalverkehrskontrollen und ein Austritt aus der Währungsunion. S&P hatte bereits im Januar vor dem Wahlsieg des linken Syriza-Bündnisses eine Herabstufung in Aussicht gestellt.

Auch die Ratingagentur Moody's prüft wegen der vielen Unwägbarkeiten eine Herabstufung Griechenlands. "Die Hauptursache für die Prüfung einer Herabstufung ist das hohe Maß an Ungewissheit über das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Kreditgebern", teilte Moody's mit.

Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras lehnt zahlreiche Reformen ab, die Griechenland als Gegenleistung für Milliardenkredite von den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds vereinbart hatte. Der Staat steht bei seinen Geldgebern mit rund 240 Milliarden Euro in der Schuld. Mit der Herabstufung dürfte die Rückkehr an den Kapitalmarkt in weitere Ferne rücken. Als Reaktion auf die Entscheidung gab der Euro weiter nach und kostete am Freitag 1,1312 Dollar.