Einst versprach Stuart Gulliver, die von Krisen erschütterte britische Bank HSBC zu reformieren, nun steht der Bank-Chef selbst in der Kritik. Bis zum Jahr 2003 soll Gulliver sein jährlicher Bonus auf ein Schweizer Konto der HSBC ausgezahlt worden sein – das Geld kam über eine Firma aus Panama, berichtet der Guardian. Im Jahr 2007 sollen demnach 7,6 Millionen Pfund auf dem Konto gewesen sein, Gulliver wurde als Eigentümer und Nutznießer des Kontos geführt.

Die Bank bestätigte, Gulliver habe in der Schweiz ein Konto, auf dem seine Bonuszahlungen eingingen. Wie BBC berichtet, zahlt Gulliver seine Steuern in Hongkong – dort hat er seinen offiziellen Wohnsitz. Auch werde er allen sonstigen Steuerzahlungen gerecht, die in Großbritannien anfielen, heißt es weiter in dem Bericht.

Erst kürzlich hatte der internationale Rechercheverband ICIJ Daten zur Steuerhinterziehung veröffentlicht und dabei den Schweizer Ableger der HSBC überprüft. Demnach half dieser zahlreichen internationalen Persönlichkeiten und Politikern, mehrere Millionen Euro vor dem Fiskus zu verstecken – darunter auch ein Cousin des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sowie Verwandte des früheren ägyptischen Staatschefs Hosni Mubarak und des ehemaligen chinesischen Ministerpräsidenten Li Peng.

Für die jüngste Kritik an der Genfer HSBC-Niederlassung hatte sich Gulliver bereits öffentlich entschuldigt. Die Standards, die heute für die Bank gelten würden, seien vor acht Jahren in der Schweizer Tochterfirma noch nicht überall eingehalten worden, sagte er.

Schon im Jahr 2012 musste sich Gulliver für strittige Praktiken seines Hauses verantworten. Damals hatte sich die Bank in den USA für 1,9 Milliarden Dollar vom Vorwurf der Geldwäsche und Terrorfinanzierung freigekauft. "Wir haben gesagt, dass es uns zutiefst leid tut", sagte Gulliver damals.

Gullivers Anwälte sagten dem Guardian, der Bankchef habe ein Konto in der Schweiz eröffnet, um seinen jährlichen Bonus vor den Kollegen in Hongkong geheim halten zu können. Dort hatte Gulliver bis zum Jahr 2003 gelebt. Warum er das Konto unter dem Namen einer Firma aus Panama führte, wollten die Anwälte nicht kommentieren.