Die Europäische Zentralbank (EZB) will Griechenlands Banken wieder unterstützen, sofern die Gespräche zwischen der griechischen Regierung und den europäischen Geldgebern auf den richtigen Weg kommen. Sobald es eine glaubhafte Einigung für einen Pakt gebe, könne die EZB auch wieder griechische Staatsschulden der Banken als Sicherheit akzeptieren, sagte EZB-Chef Mario Draghi vor Abgeordneten des Europäischen Parlaments.

Die Abhängigkeit der griechischen Banken von EZB-Nothilfen ist nach Einschätzung von Draghi zuletzt gestiegen. Die Liquiditätssituation der Banken habe sich verschlechtert, sagte Draghi. "Dabei hat die Abhängigkeit der griechischen Banken von der EZB-Finanzierung zugenommen." Insgesamt seien die griechischen Institute aktuell aber solvent.

Draghi wehrte sich gegen Vorwürfe, die EZB erpresse Griechenland. Insgesamt habe die EZB sich mit rund 104 Milliarden Euro engagiert. "Das entspricht 65 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts", sagte Draghi. "Um was für eine Art von Erpressung soll es sich da handeln?"

Derzeit müssen sich die griechischen Banken über sogenannte ELA-Hilfen zu höheren Zinsen bei der griechischen Zentralbank Liquidität verschaffen. Die EZB hatte im Februar aufgehört, die Staatsanleihen als Sicherheiten anzunehmen und im Gegenzug die Banken mit frischem Geld zu versorgen.