Die Ratingagentur Fitch hat die Bonitätsnote des pleitebedrohten Eurostaates Griechenland herabgestuft. Die Kreditwürdigkeit werde nun mit CCC benotet, teilte Fitch mit. Bislang stand Griechenland auf  B. Fitch verwies zur Begründung darauf, dass das Land von den Kapitalmärkten weitgehend abgeschnitten ist. Außerdem sei unklar, ob die internationalen Gläubiger rechtzeitig neue Finanzhilfen freigäben. Das Vertrauen von Investoren, Verbrauchern und Sparern sei beschädigt. Das habe nahezu mit Sicherheit die wirtschaftliche Erholung gestoppt.

Griechenland wird seit 2010 von seinen Europartnern und dem Internationalen Währungsfonds über Wasser gehalten. Das Land benötigt dringend weitere Hilfen. Als Voraussetzung dafür verlangen die Gläubiger jedoch Reformen.

 

Nach Einschätzung von Experten reicht das Geld in der griechischen Staatskasse bis Mitte April. Die internationalen Geldgeber wollen nur frische Hilfsmilliarden nachschießen, wenn das hochverschuldete Land weitere umfangreiche Reformen in die Wege leitet. Eine seit Langem erwartete Liste mit Vorhaben reichte die griechische Regierung nach Angaben eines Eurozonen-Vertreters inzwischen ein. Die Liste soll 18 Maßnahmen enthalten, die Griechenland etwa 3,5 Milliarden Euro brächten. Kürzungen von Gehältern und Renten stünden nicht auf der Reformliste, hieß es aus Regierungskreisen.

Griechenland steht kurz vor der Pleite

Gleichzeitig wird die Lage immer prekärer. Die Regierung habe "auf allen Ebenen der Eurozone und auch dem IWF " klargemacht, dass Griechenland "seine Schulden nicht mehr ausschließlich aus eigenen Quellen werde zahlen können", hieß es aus Kreisen, die Ministerpräsident Alexis Tsipras nahe stehen. Athen habe seit Mitte 2014 keine Finanzhilfen mehr erhalten. Seither komme es seinen Verpflichtungen nach, indem es die Einlagen unter anderem von Rentenkassen und staatlichen Institutionen "plündert". Doch mittlerweile seien auch diese Kassen leer, hieß es.

Der stellvertretende griechische Außenminister für Wirtschaftsbeziehungen, Euklides Tsakalotos, hatte zuvor von einem Bruch mit den Geldgebern gesprochen, sollten die laufenden Verhandlungen nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Die Gespräche über die Lösung der Schuldenkriese sollen am Wochenende in Brüssel weitergeführt werden. Banken in Griechenland leiden darunter, dass Kunden ihre Konten leeren und sind auf Notkredite angewiesen, die die Europäische Zentralbank (EZB) regelmäßig neu bewilligen muss. Auch die Steuereinnahmen brachen zuletzt ein.