So sieht eine Niederlage im Wettbewerb der Weltmächte aus. China
gründet eine Infrastrukturbank, die große Aufbauprojekte in Asien finanzieren
soll, die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB). Weil die
Vereinigten Staaten darin eine Konkurrenz zu Weltbank, Internationalem
Währungsfonds und Asiatischer Entwicklungsbank sehen, haben sie ihren
Verbündeten dringend davon abgeraten, sich an der AIIB zu beteiligen.
Doch was tun Washingtons Freunde? Sie rennen den Chinesen
geradezu die Bude ein, um von Anfang an bei dem neuen Finanzinstitut mitzumischen.
Den Start machten die Briten, die hofften, mit chinesischer Hilfe den Finanzplatz
London zu stärken. Als dann Deutsche und Franzosen folgten, war der Damm gebrochen:
Australien, Südkorea und sogar Israel beantragten auch die Mitgliedschaft. In
Asien steht allein Japan noch treu an der Seite der Amerikaner. Mehr als 50
Gründungsmitglieder der AIIB kann Peking inzwischen zählen. Die endgültige Zahl
wird an diesem Mittwoch bekannt gegeben.
Tatsächlich konkurriert die neue Infrastrukturbank mit den vom Westen dominierten Bretton-Woods-Institutionen Weltbank und Internationaler Währungsfonds. Als Mitglied der BRICS-Gruppe (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) hat China außerdem an der Gründung der New Development Bank, der BRICS-Entwicklungsbank, mitgewirkt.
An der neuen Konkurrenz sind die Amerikaner zu einem großen
Teil selbst schuld. Auf der einen Seite wünschen sie sich die Integration
Chinas in das bestehende internationale Finanzsystem. Auf der anderen Seite
bleibt China auch 36 Jahre nach Beginn der Wirtschaftsreformen Deng Xiaopings
außen vor. Nichts hat sich geändert: An der Spitze der Weltbank steht immer ein
Amerikaner, an der Spitze des IWF immer ein Europäer (oder, wie jetzt, mit
Christine Lagarde eine Europäerin). Und die Asiatische Entwicklungsbank führt
immer ein Japaner.
Seit Langem verweigert der US-Kongress überfällige Reformen
bei IWF und Weltbank. Stur hat er sich bisher dagegen gesträubt, China und anderen
Schwellenländern größere Stimmrechte und damit mehr Macht einzuräumen. Chinas
Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung liegt heute bei 16 Prozent, das Land
hält aber bei der Weltbank nur 3,8 Prozent der Stimmanteile.
Die Volksrepublik wollte nicht länger warten und gründete 2013 mit der AIIB eine eigene Infrastrukturbank. Sie wird ihren Sitz in China haben und Peking wird die Hälfte des Gründungskapitals von 100 Milliarden US-Dollar zeichnen.
Damit verschiebt sich die internationale Finanzarchitektur.
"Der zurückliegende Monat wird als jener Augenblick in Erinnerung bleiben, in
dem die Vereinigten Staaten ihre Rolle als Garant des Weltwirtschaftssystems
verloren", schreibt der frühere US-Finanzminister Lawrence Summers.
So sieht eine Niederlage im Wettbewerb der Weltmächte aus. China
gründet eine Infrastrukturbank, die große Aufbauprojekte in Asien finanzieren
soll, die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB). Weil die
Vereinigten Staaten darin eine Konkurrenz zu Weltbank, Internationalem
Währungsfonds und Asiatischer Entwicklungsbank sehen, haben sie ihren
Verbündeten dringend davon abgeraten, sich an der AIIB zu beteiligen.
Doch was tun Washingtons Freunde? Sie rennen den Chinesen
geradezu die Bude ein, um von Anfang an bei dem neuen Finanzinstitut mitzumischen.
Den Start machten die Briten, die hofften, mit chinesischer Hilfe den Finanzplatz
London zu stärken. Als dann Deutsche und Franzosen folgten, war der Damm gebrochen:
Australien, Südkorea und sogar Israel beantragten auch die Mitgliedschaft. In
Asien steht allein Japan noch treu an der Seite der Amerikaner. Mehr als 50
Gründungsmitglieder der AIIB kann Peking inzwischen zählen. Die endgültige Zahl
wird an diesem Mittwoch bekannt gegeben.