Die Entwicklung des chinesischen Exports nährt unter Fachleuten Sorgen um die Konjunktur in der Volksrepublik. Die Ausfuhren sanken im März im Vergleich zum Vorjahresmonat unerwartet um 15 Prozent, wie die Zollverwaltung mitteilte. Experten hatten mit einer Zunahme von zwölf Prozent gerechnet.    

Im Dreimonatsschnitt stiegen die Exporte im ersten Quartal um 4,9 Prozent. In der Gesamtbilanz ging der Außenhandel (Export und Import) der größten Handelsnation von Januar bis März damit um sechs Prozent auf 5,54 Billionen Yuan zurück, das entspricht 841 Milliarden Euro. China verliert damit einen wichtigen Wachstumstreiber. Als Ziel für dieses Jahr hatte die Regierung eigentlich einen Zuwachs des Außenhandels um sechs Prozent vorgegeben.

Auch die Einfuhren gingen zurück – mit 12,7 Prozent so stark wie seit Mai 2009 nicht mehr, als die Weltwirtschaft unter der Finanzkrise litt.   

Analysten sagten, der Rückgang der Exporte könnte den Blick auf die Stärke des Yuan lenken, der chinesische Produkte im Ausland verteuert. Volkswirt Louis Kuijs von der Royal Bank of Scotland in Hongkong sagte, die Exportstatistik sei ein Warnsignal für weltweite Nachfrage und die Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft. "Es ist eine schwache Zahl, die weit hinter den Erwartungen zurückblieb."

Unruhen befürchtet

Die wirtschaftliche Entwicklung wird von der Führung in Peking mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, weil eine Schwäche in der Exportwirtschaft auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte. Die kommunistische Regierung fürchtet bei einem Anstieg der Erwerbslosigkeit Unruhen. Bisher blieb der Arbeitsmarkt aber überraschend stabil.

Auch Investoren zeigten sich von den Zahlen unbeeindruckt: Die Aktienkurse stiegen auf den höchsten Stand seit sieben Jahren.  

Nach 7,4 Prozent im Vorjahr soll die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr gemäß staatlicher Vorgaben nur noch um "rund sieben Prozent" wachsen – so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr.