Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, und der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis haben sich zu einem persönlichen Gespräch getroffen. Sie hätten in Washington über die aktuelle Situation der griechischen Wirtschaft gesprochen und seien sich einig, dass es schnelle Fortschritte hin zu einer Entscheidung über weitere Finanzhilfen durch internationale Geldgeber geben müsse, teilte der IWF mit. Das Treffen habe am Rande der Frühjahrstagung des Währungsfonds und der Weltbank stattgefunden.

Varoufakis sprach sich indessen erneut für den Verbleib seines hochverschuldeten Landes in der Eurozone aus. Gedankenspiele über ein Ausscheiden Athens aus der Gemeinschaftswährung seien zutiefst antieuropäisch, sagte Varoufakis bei einer Diskussionsveranstaltung im Washingtoner Politikinstitut Brookings. Seine Regierung bemühe sich "in jeder wachen Stunde" darum, eine "ehrbare Vereinbarung" mit seinen Gläubigern von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu schließen.

Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung droht Athen die Zahlungsunfähigkeit. Die Verhandlungen über ein Reformprogramm – die von den Geldgebern gestellte Bedingung für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von 7,2 Milliarden Euro – machen aber praktisch keine Fortschritte. Die EU-Kommission erklärte, sie sei nicht zufrieden mit den bisherigen Gesprächen. 

Der EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Pierre Moscovici sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, dass es keine Vorbereitungen für den Fall eines griechischen Ausscheidens aus dem Euro gebe. "Es gibt keinen Plan B", sagte Moscovici. "Die Haltung der EU-Kommission ist weiter, dass Griechenland seinen Platz in der Eurozone hat. Auf dieser Grundlage arbeiten wir." Allerdings beklagte der EU-Kommissar, dass die Verhandlungen mit Athen zu langsam vorangingen. "Die Zeit läuft ab", sagte er.