Familien in ganz Deutschland müssen sich auf lange Streiks in den Kitas einstellen. Ver.di-Chef Frank Bsirske kündigte eine "scharfe Konfrontation" an, falls die kommunalen Arbeitgeber weiterhin eine bessere Bezahlung für Erzieher ablehnten und jeglichen Handlungsbedarf leugnen würden. Derzeit seien die Tarifpartner weiter auseinander als bei den Verhandlungen 2009 – damals, so Bsirske, sei drei Monate gestreikt worden.

Für die Woche nach Ostern haben die Gewerkschaften ver.di und GEW Ausstände in Kitas, Behindertenwerkstätten und Jugendhilfe-Einrichtungen angekündigt. Die nächsten Gespräche sind für den 9. April angesetzt. Die Gewerkschaften fordern eine bessere Eingruppierung und damit höhere Bezahlung der 240.000 Kinderpfleger, Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Einrichtungen. Ver.di spricht von einer Einkommensverbesserung von rund zehn Prozent.

Die pädagogischen Anforderungen im Sozial- und Erziehungsdienst seien in den vergangenen Jahren signifikant gestiegen, sagte Bsirske. Erzieher müssten Bildungspläne für jedes Kind aufstellen, Eltern- und Integrationsarbeit leisten: "Dieser Bereich wird wichtiger für die frühkindliche Bildung, für die Chancenentwicklung, für die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, für die Inklusion."

Die sozialen Berufe müssten dringend attraktiver gemacht werden, forderte Bsirske. Derzeit hätten die Erzieherberufe mit ihrer langen Ausbildung und der hohen Teilzeitquote wenig Reiz. Erzieher seien außerdem "konfrontiert mit dem eingebauten Zwang zum Zweitjob".