Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL wird nach Angaben der Deutschen Bahn beendet. Bahn und GDL einigten sich in der Nacht auf eine Gesamtschlichtung in dem festgefahrenen Tarifkonflikt, sagte ein Sprecher des Unternehmens ZEIT ONLINE.

Die notwendigen Maßnahmen sind laut Bahn für die Kunden bereits um 7.00 Uhr angelaufen, laut GDL ist der Streik aber offiziell erst am Abend um 19.00 Uhr beendet, schreibt die Gewerkschaft in einer Mitteilung. Die Parteien hätten sich auf die Grundlagen für einen Flächentarifvertrag für das Zugpersonal und gleichzeitig auch auf ein Schlichtungsverfahren geeinigt. Zwei externe Schlichter sollen die Lösung bringen: der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) für die Deutsche Bahn und der thüringische Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) für die Gewerkschaft.  

Zuvor habe die Bahn akzeptiert, dass die Tarifverträge anderer Gewerkschaften für die Annahme eines Schlichtungsspruches oder den Abschluss eines Tarifvertrags keine Rolle spielten, teilte die GDL mit. Dieses Thema werde daher auch nicht Bestandteil des eigentlichen Schlichtungsverfahrens sein.  

Die GDL könne somit für alle Mitglieder des Zugpersonals der Bahn die Tarifverträge verhandeln und abschließen. Die strittige Gruppe der Lokrangierführer würde als Lokomotivführer exakt im GDL-Flächentarifvertrag eingruppiert. "Nach fast einem Jahr Tarifkonflikt konnte mit dem Druck im neunten Arbeitskampf der gordische Knoten durchschlagen werden", sagte der GDL-Chef Claus Weselsky.

Die Schlichtung ist das Ergebnis der zweitägigen Gespräche, die am Dienstag unter Moderation des früheren Vorsitzenden Richters am Bundesarbeitsgericht, Klaus Bepler, begonnen hatten. Die Bahn arbeite nun mit Hochdruck daran, zum normalen Fahrplan zurückzukehren, hieß es. Die notwendigen Maßnahmen seien um 7.00 Uhr angelaufen. 

Bis zum Mittag will die Bahn darüber informieren, wann eine Wiederaufnahme des Regelverkehrs möglich sein wird. "Wir sind sehr erleichtert, unsere Kunden und Mitarbeiter können aufatmen", sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber.

Allerdings könnte auf die Deutsche Bahn ein weiterer Streik zukommen: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) droht ebenfalls mit Warnstreiks. Wenn es bei den Verhandlungen am Donnerstag in Berlin nicht zu einer Einigung komme, sei das die logische Folge, sagte EVG-Sprecher Uwe Reitz: "Wir werden heute entweder den Sack zumachen oder die nötigen Konsequenzen ziehen."

Die zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL vereinbarte Schlichtung habe auf die Gespräche keinen Einfluss. Einen Abschluss werde die EVG nur auf der Grundlage vereinbaren, dass die Tarifverträge inhaltsgleich zu denen der GDL seien.