Immer mehr Erzieherinnen an kommunalen Kitas streiken. Die Gewerkschaften haben die Arbeitsniederlegungen am Morgen auf Bayern und mehrere Großstädte in Nordrhein-Westfalen ausgeweitet. Der unbefristete Streik hatte am Freitag begonnen. Neben Erzieherinnen legen auch Sozialarbeiter und Sozialpädagogen etwa in Jugendzentren die Arbeit nieder.

Zehntausende Eltern in ganz Deutschland müssen nun eine alternative Betreuung für ihre Kinder organisieren. Viele Firmen bieten Mitarbeitern mit Kindern wegen des Streiks spezielle Betreuungsangebote. 

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig forderte eine Debatte über die Bezahlung von Arbeitnehmern in Sozialberufen. "Wir brauchen eine Debatte in Deutschland, wie viel uns die Arbeit mit Menschen und die frühe Bildung unserer Kinder wert ist", sagte die SPD-Politikerin am Wochenende dem Focus. Die Betreuer in den Kindertagesstätten müssten "für ihre Leistungen auch entsprechend bezahlt werden".

Die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, erwartet von der Wirtschaft, dass auch sie Druck bei den Kommunen macht. Während die Firmen Mehrkosten für die Ersatzbetreuung der Kinder von Beschäftigten trügen, sparten die Kommunen bei den Gehältern der Erzieher, sagte Tepe der Bild-Zeitung. "Auch die Wirtschaft braucht funktionierende Kitas."

In einer bundesweiten Urabstimmung der Gewerkschaften ver.di und GEW hatten sich mehr als 90 Prozent der Mitglieder für den Arbeitskampf ausgesprochen. Die Gewerkschaften fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Nach Darstellung der kommunalen Arbeitgeber sind die Forderungen nicht bezahlbar. 

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