Die Zahl der eingetragenen Lebenspartnerschaften von schwulen und lesbischen Paaren ist in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Im Jahr 2013 – jüngere Daten liegen nicht vor – gab es in Deutschland 35.000 verpartnerte Paare; 2006 waren es nur ein gutes Drittel davon, nämlich rund 12.000. Das ergibt sich aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes, den das Portal Statista in einer Infografik für ZEIT ONLINE dargestellt hat.

Für die Zeit vor 2006 existieren beim Bundesamt keine Daten. Die eingetragene Lebenspartnerschaft wurde in Deutschland im August 2001 von der damaligen rot-grünen Koalition eingeführt. Mehr als die Hälfte der eingetragenen Lebenspartnerschaften wird von Männern geführt; lesbische Paare machen nur 43 Prozent aus.

Schwieriger zu erheben ist die Zahl der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften insgesamt, also die Zahl der schwulen und lesbischen Paare, die in einem Haushalt zusammenleben. Zwar wird im Mikrozensus auch die Frage nach einer Lebenspartnerin oder einem Lebenspartner gestellt, doch die Beantwortung ist freiwillig. Nach diesem Konzept weist der Mikrozensus für das Jahr 2013 rund 78.000 schwule und lesbische Lebensgemeinschaften aus – die tatsächliche Zahl dürfte aber deutlich höher sein.

Als obere Grenze schätzen die Statistiker die Zahl der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften auf 205.000. Die Zahl sei aber mit Vorsicht zu interpretieren, weil im Schätzkonzept "beispielsweise auch Wohngemeinschaften von Studenten ohne partnerschaftlichen Hintergrund" einfließen, so das Statistische Bundesamt.

Klar ist aber: Die Zahl der Lebensgemeinschaften von Menschen gleichen Geschlechts steigt in Deutschland, und auch immer mehr Schwule und Lesben verpartnern sich. Zuständig sind dafür in aller Regel die Standesämter.

Die Lebenspartnerschaft ist der heterosexuellen Ehe bis heute nicht gleichgestellt. Zwar wurden im Lauf der Jahre Diskriminierungen beseitigt – so gilt seit 2013 auch für eingetragene Lebenspartner das Ehegattensplitting – aber beim Adoptionsrecht bestehen nach wie vor Unterschiede. Außerdem stoßen sich viele schwule und lesbische Paare daran, schon durch die Bezeichnung Lebenspartnerschaft diskriminiert zu werden. Die Debatte über die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare ist in Deutschland neu entbrannt, nachdem sich Ende vergangener Woche die Mehrheit der Iren in einem Referendum für die völlige Gleichstellung ausgesprochen hatte.