Die Wohlstandsspanne ist in Europa groß – wie groß, zeigen Zahlen der Europäischen Statistikbehörde Eurostat. Das Portal Statista hat sie für ZEIT ONLINE in einer Infografik aufbereitet. Die Europakarte zeigt, in welchen Ländern die privaten Haushalte materiell besonders wohlhabend sind und wo die Haushalte deutlich unter EU-Durchschnitt liegen.

Eurostat verwendet als Indikator den sogenannten Tatsächlichen Individualverbrauch (TIV) pro Kopf. Er umfasst alle Güter und Dienstleistungen, die von den Haushalten konsumiert werden – unabhängig davon, wer sie bezahlt hat. Er erleichtert internationale Vergleiche, weil unterschiedliche Regelungen, wer etwa die Kosten von Gesundheitsleistungen trägt, im TIV keine Rolle spielen. Über sogenannte Kaufkraftstandards ist gewährleistet, dass die Daten trotz unterschiedlicher Preisniveaus vergleichbar sind. Für die Messung des Wohlstands gilt der TIV als aussagekräftiger als das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf.      

Im vergangenen Jahr lagen zehn der 28 EU-Mitgliedstaaten über dem TIV-Durchschnitt in der EU. Es sind allesamt Staaten in Nord-, Mittel- und Westeuropa. Besonders gut stehen die Haushalte in Luxemburg da – dort wurde der höchste TIV pro Kopf gemessen: 40 Prozent über dem EU-Durchschnitt. In Deutschland konsumierten die Haushalte 23 Prozent mehr als der EU-Durchschnitt. Ähnlich gut geht es den Haushalten in Österreich, Dänemark, Belgien, Schweden, Großbritannien, Finnland, Frankreich und den Niederlanden.

Sieben EU-Länder liegen dagegen bis zu 20 Prozent unter dem EU-Durchschnitt: Italien, Irland, Zypern, Spanien, Griechenland, Portugal und Litauen. Am wenigsten konnten die Haushalte in den jüngsten EU-Mitgliedstaaten Kroatien, Rumänien und Bulgarien konsumieren. Bulgarischen Haushalten stand nur knapp die Hälfte dessen zur Verfügung, was alle EU-Haushalte im Schnitt verbrauchten. Noch schlechter steht der Balkan da. Bosnien-Herzegowina und Albanien liegen mehr als 60 Prozent unter dem EU-Durchschnitt.

Hinweis: Die ursprüngliche Grafik enthielt einen Fehler: Finnland war nicht markiert. Wir haben die Grafik ausgetauscht und bitten den Fehler zu entschuldigen./mbr