Offiziell ist der Weltfußballverband Fifa mit Sitz in Zürich ein gemeinnütziger Verein nach schweizerischem Recht. Tatsächlich ist die zuletzt wegen Korruptionsermittlungen in die Schlagzeilen geratene Organisation ein milliardenschweres Unternehmen. Das zeigt die Infografik, die das Portal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat.

Allein die Reserven, über die die Fifa verfügt, sind beeindruckend: Sie lagen Ende 2014 bei 1,52 Milliarden Dollar. Noch in 2007 waren die Rücklagen nicht mal halb so hoch. Den Fifa-Statuten zufolge sollen Einnahmen und Ausgaben zwar ausgeglichen sein, sie sehen aber auch vor, Reserven zu bilden, um "die zukünftige Erfüllung der wichtigsten Aufgaben zu garantieren". Die Fifa begründet die hohen Rücklagen in ihrem Finanzbericht mit der hohen wirtschaftlichen Abhängigkeit von der Fußballweltmeisterschaft und der "Tatsache, dass sich diese Großveranstaltung kaum noch gegen Ausfall versichern lässt".

Die stetig steigenden Reserven finanziert die Fifa aus ihrem Nettoergebnis. Das schwankt naturgemäß teilweise recht stark und erreicht in den Jahren, in denen jeweils die Fußball-WM stattfindet, hohe Werte, zuletzt also in den Jahren 2006, 2010 und 2014. Die jüngste WM in Brasilien sei ein "enormer Erfolg" gewesen, so die Fifa. Insgesamt kostete das Turnier 2,22 Milliarden Dollar und damit mehr als zuvor im Budget veranschlagt – dem steht aber ein Gesamtumsatz von 4,83 Milliarden Dollar gegenüber. Darin machen allein die Fernsehrechte schon rund die Hälfte aus.

Ohnehin sind die Erträge aus Fernseh- und Marketingrechten in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Eine Änderung bei den sogenannten Ticketingrechten führte außerdem zu einem Umsatzsprung, wie der Vergleich der Jahre 2013 und 2014 in der Grafik zeigt: Früher flossen die Einnahmen aus den Ticketingrechten dem jeweiligen lokalen Organisationskomitee zu, jetzt der Fifa.

Die Fifa, die ihre Finanzberichte jeweils in Vierjahresperioden vorlegt, betont aber, dass sie auch in den Fußball investiert: In der letzten Periode 2011 bis 2014 seien 1,05 Milliarden Dollar in Fußball-Entwicklungsprojekte geflossen – in der Periode 2007 bis 2010 seien es nur 794 Millionen Dollar gewesen. Insgesamt seien 72 Prozent der Gesamtausgaben direkt dem Fußball zugekommen, heißt es im Finanzbericht.

Die Fifa wird derzeit vom größten Korruptionsskandal in ihrer Geschichte erschüttert. Bei den Ermittlungen in den USA und auch in der Schweiz geht es um den Verdacht, dass bei der Vergabe von Fußballweltmeisterschaften Schmiergeld geflossen sein könnte. Vor dem jüngsten Fifa-Kongress in Zürich wurden mehrere Fifa-Funktionäre festgenommen, das Hauptquartier der Organisation wurde durchsucht. Am Dienstagabend kündigte der langjährige Fifa-Präsident Sepp Blatter seinen Rücktritt an.