Die erste große Ölkrise hat die Weltwirtschaft Anfang der siebziger Jahre erheblich unter Druck gebracht, das internationale Währungskurssystem Bretton Woods brach zusammen. Vor diesem Hintergrund entstand vor 40 Jahren die G 6, ein Zusammenschluss der damals sechs wichtigsten Industrienationen der Welt: Westdeutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und die USA. Kanada kam schon 1976 als siebtes Land dazu, 1998 wuchs die Gruppe mit der Aufnahme Russlands zur G 8.

Die Zusammensetzung der G 7/G 8 hat sich über die vier Jahrzehnte nie verändert, obwohl inzwischen längst mehrere große Schwellenländer zu bedeutenden Wirtschaftsmächten aufgestiegen sind. Wie heute eine Gruppe der acht wirtschaftlich stärksten Länder der Welt aussehen würde, zeigt die Infografik, die das Portal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Grundlage ist ihr jeweiliger Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt.

Die Grafik stellt anschaulich dar, wie die asiatischen Schwergewichte Indien und China in der Welt aufgestiegen sind. 1980 spielten beide noch keine Rolle, aber schon damals wäre Kanada nicht mehr Teil der G 7 gewesen, sondern Brasilien. Dem südamerikanischen Land gelang im Lauf der Jahre aber nie der Aufstieg, den Indien und China hinlegten. China schaffte in den 1990er Jahren den Sprung nach vorn und hat inzwischen Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft abgelöst. Auch Deutschland – lange auf Platz 3 – ist von Indien überholt worden.

Vergleicht man die Liste der G-7-Gründungsmitglieder mit der Liste der Länder, die heute die sieben größten Wirtschaftsnationen ausmachen, dann stellt man fest: Von den sieben Ländern der G 7 des Jahres 1975 wären heute noch drei dabei: die USA, Deutschland und Japan. Die anderen vier (Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada) spielen global betrachtet nicht mehr die wichtige Rolle von damals.

Das zeigt: Europa insgesamt hat an wirtschaftlicher Bedeutung verloren zugunsten Asiens. Ende 2014 hat China die USA sogar überrundet, die Volksrepublik galt dann als größte Volkswirtschaft der Erde – zumindest, wenn man Kaufkraftparitäten zur Grundlage nimmt.