Am Ende kommen die großen Worte. "Es ist ganz klar gesagt worden, dass man noch nicht da ist, wo man hinkommen muss. Und deshalb stehen Stunden intensivster Beratung vor uns", sagt Kanzlerin Angela Merkel und macht eine Pause. Schweigen im Pressesaal. Oder eher Ratlosigkeit? Merkel merkt, dass die versammelte Weltpresse über ihr Schlusswort grübelt, sie muss fast lachen. "Und damit schick ich Sie jetzt in die Nacht", sagt sie und grinst. Das ist ihr letzter offizieller Satz an diesem Abend.

Das war er also, einer der bemerkenswertesten Tage in dem Griechenland-Drama in den vergangenen fünf Monaten. Die Großgipfelwoche läuft. Der Montag begann mit einer neuen Reformliste aus Griechenland, die ein ruppiger Finanzminister Wolfgang Schäuble mittags sogleich abkanzelte. Man habe keine "substanziellen Vorschläge erhalten", sagte Schäuble, um dann an der Sondersitzung der Eurogruppe teilzunehmen. Und der Tag ging mit der Abschluss-Pressekonferenz der Kanzlerin zu Ende – die natürlich erst kurz vor Mitternacht stattfand, anders darf es nicht sein in dieser speziellen Logik im EU-Kosmos.

Merkel sagte gleich zu Beginn, dass die Grundlage der Verhandlungen mit der griechischen Regierung das sogenannte Aide-Mémoire sei, also das Angebot, das vor drei Wochen die Institutionen im Kanzleramt erarbeitet hätte. Sie merkte zwar an, dass es an diesem Montag einen "gewissen Fortschritt" auf griechischer Seite gegeben habe – sie meinte damit das Papier, das die griechische Regierung am Montag morgen präsentierte. Sie sagte aber auch, dass die Gespräche nun "in hoher Intensität geführt" werden müssten.

48 Stunden Zeit haben die Eurozonen-Staats- und Regierungschefs Griechenland gegeben. Ihr Masterplan geht so: Am liebsten würden sie Mittwochabend ein sogenanntes Abkommen auf technischer Ebene sehen, über das eine Eurogruppe abends beraten könnte. Deren Beschluss, in Abstimmung mit den Institutionen, bräuchten dann die Staats- und Regierungschefs, die am Donnerstag zu einem regulären EU-Gipfel nach Brüssel kommen werden, nur noch zur Kenntnis nehmen. Dafür muss aber die griechische Regierung ihre sogenannten prior actions, also Maßnahmen, die sie besonders schnell umsetzen will, benennen. All dem muss noch das griechische Parlament zustimmen. Und dann auch einige weitere nationalen Parlamente, etwa der Deutsche Bundestag.