Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande werden am Abend in Brüssel mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras zusammentreffen. Das haben Sprecher der Regierungen in Berlin und Paris am Rand des EU-Lateinamerika-Gipfels bestätigt. Die drei werden erneut über Lösungen in der Schuldenkrise beraten, es wird bei dem Treffen auch um den Stand der Gespräche mit den drei Gläubigern – Internationaler Währungsfonds (IWF), Europäische Zentralbank (EZB) und EU-Kommission – gehen.

Das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland verhandelt seit Monaten mit seinen internationalen Kreditgebern über die Bedingungen, zu denen in Aussicht gestellte Hilfen von 7,2 Milliarden Euro ausgezahlt werden sollen. Nun wird die Zeit knapp, weil das Hilfsprogramm für Athen Ende Juni ausläuft. 

Die EU-Kommission hatte am Morgen kritisiert, dass die jüngsten griechischen Reformvorschläge hinter den Vereinbarungen zurückgeblieben seien, die Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Tsipras in der vergangenen Woche getroffen hätten. Dabei soll es vor allem um die Haushaltsziele gehen, die Athen erfüllen soll.

Auch Junkcker trifft Tsipras

"Es ist sehr schwer für die griechische Seite, mehr Zugeständnisse zu machen", sagte ein griechischer Regierungsvertreter in Brüssel. "Aber wir sind bereit, darüber zu diskutieren, um eine Lösung zu finden." Es gebe noch keine Einigung auf einen Primärüberschuss von einem Prozent, "aber die Frage liegt auf dem Tisch".

Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wird sich noch einmal mit Tsipras treffen. Nach einem Gespräch am Rande des Lateinamerika-Gipfels seien beide übereingekommen, sich am Donnerstag erneut zu treffen, hieß es. Juncker und Tsipras beide hätten sich darauf verständigt, "weiter an einer für alle Seiten annehmbaren Lösung zu arbeiten", die von den Euroländern gebilligt werden könne.