Briefträger und Paketboten der Deutschen Post treten ab dem Nachmittag schrittweise in einen unbefristeten Streik. Das kündigte die Gewerkschaft ver.di in Berlin an. 

Die Post habe sich in sechs Verhandlungsrunden keinen Millimeter auf eine Lösung des Konflikts hinbewegt, sondern ein Angebot der Gewerkschaft ignoriert, sagte ver.di-Vize Andrea Kocsis. "Wir müssen den Druck nun massiv erhöhen." Millionen Briefe und Pakete werden in den kommenden Tagen voraussichtlich wieder verspätet ankommen.

In dem Tarifkonflikt geht es um Bezahlung und Arbeitszeit für etwa 140.000 Beschäftigte. Kern der Auseinandersetzung ist aber der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung. Die dort beschäftigten rund 6.000 Paketboten werden nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt, sondern erhalten die oft niedrigeren Löhne der Logistikbranche. Ver.di will erreichen, dass sie tariflich unter das Dach der Post zurückkehren.

Im Gegenzug wollte die Gewerkschaft für 2015 auf eine lineare Lohnerhöhung verzichten, forderte aber eine Einmalzahlung von 500 Euro und ein Lohnplus von 2,7 Prozent für 2016. Diese Forderung lehnt die Post ab. Personalchefin Melanie Kreis sagte, dies leiste keinen Beitrag zur Zukunftssicherung für Mitarbeiter und Unternehmen. Zudem bedeute der ver.di-Vorschlag eine Mehrbelastung von rund 300 Millionen Euro. Das sei "sogar eine spürbare Verschärfung unseres bestehenden Wettbewerbsnachteils", sagte Kreis. Die Post zahle doppelt so hohe Löhne wie die Wettbewerber.