Jeder zehnte Betrieb ist von der im vergangenen Jahr eingeführten Rente mit 63 betroffen. Das geht aus einer von der Forschungseinrichtung der Bundesanstalt für Arbeit, dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), veröffentlichten Studie hervor. In 11,4 Prozent der Betriebe sei mindestens ein Mitarbeiter aufgrund der Regelung ausgeschieden oder werde dies demnächst tun.

Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, können seit dem 1. Juli 2014 abschlagsfrei in den Ruhestand gehen. In den ersten zehn Monaten haben 300.000 Arbeitnehmer einen entsprechenden Antrag an die Deutsche Rentenversicherung gestellt. Das IAB prognostiziert, bis Juni 2018 würden insgesamt 580.000 Anträge gestellt werden.

Doch nicht jeder Betrieb will seine Mitarbeiter gehen lassen. Jedes vierte Unternehmen biete flexiblere Arbeitszeiten, Lohnerhöhung und Prämien an, wenn Mitarbeiter, die die Rente mit 63 nutzen wollen, länger arbeiten. Viele Betriebe – fast jeder zweite – wollen die frei gewordenen Arbeitsplätze neu besetzen.

Das Interesse an der Rente mit 63 hängt stark mit dem jeweiligen Beruf zusammen. So sei in der öffentlichen Verwaltung fast jeder dritte Betrieb betroffen. In der Gastronomie oder Medienbranche seien hingegen in weniger als fünf Prozent der Unternehmen Mitarbeiter wegen der Neuregelung ausgeschieden.

Ob die Rente mit 63 dazu geführt habe, dass mehr Beschäftigte früher in den Ruhestand gehen, könne aus den von ihm erhobenen Daten nicht abgeleitet werden, schreibt das IAB. Möglich sei auch, dass jene Mitarbeiter auch ohne die Regelung in den Ruhestand gegangen wären und dafür Abschläge akzeptiert hätten.