Die von der Staatspleite bedrohte Ukraine hat den Kreditgebern des Landes mit einer Aussetzung der Zahlungen gedroht. "Wenn wir keine Fortschritte machen, provozieren die Gläubiger das", sagte Finanzministerin Natalia Jaresko bei einem Besuch in Washington. Auf die Frage, ob die Verhandlungen über den Sommer hinaus dauern würden, sagte die Politikerin: "Ich glaube nicht, dass wir so viel Zeit haben."

Die Ukraine ist wegen Misswirtschaft und des Konfliktes mit Separatisten im Osten des Landes der Staatspleite nahe und versucht, mit den Gläubigern eine Umschuldung auszuhandeln. Ein derartiges Abkommen ist auch eine Voraussetzung für ein 40 Milliarden Dollar schweres Rettungspaket des Internationalen Währungsfonds. Jaresko sagte, sie rechne mit einer IWF-Zahlung von 1,7 Milliarden Dollar im Juli, selbst wenn bis dahin keine Umschuldung vereinbart sei.

Sie und Ministerpräsident Arseni Jazenjuk halten sich gerade in Washington auf, um mit dem IWF zu beraten und für ihr Land als Wirtschaftsstandort zu werben. Außerdem wollen sie die US-Regierung um mehr wirtschaftliche und militärische Unterstützung bitten.