Deutschlands Position in Europa sei durch die Verhandlungen in Brüssel nicht unbedingt geschwächt, aber "sicher auch nicht stärker" als vorher, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk in einem Interview der Financial Times zu den Hintergründen des Brüsseler Gipfels am Sonntag. Es sei eines seiner Hauptziele in den Verhandlungen gewesen, zu verhindern, dass jemand ein Verlierer und jemand ein Gewinner sei.

Vor allem, da diese wirtschaftliche Diskussion sehr emotional geführt worden sei: Es ging um Würde, Erniedrigung und Vertrauen. Man wisse, dass man solche Gefühle nicht ignorieren könne. "Vor allem, wenn wir in der deutschen Geschichte zurückgehen." Die Diskussion über Würde und Erniedrigung könnte an die gefährlichsten Zeiten Europas erinnern. Deshalb halte er es für sehr wichtig, diese Dimensionen aus Verhandlungen rauszuhalten", sagte Tusk.

Die Einigung zwischen den Mitgliedsländern der Eurozone sei "so etwas wie ein Entwurf". Es gebe keine Gewinner oder Verlierer. Niemand sei wirklich zufrieden damit. Aber, da sei er zu 100 Prozent sicher, Deutschland habe sicher nicht an politischer Macht gewonnen. Am Ende müsse Deutschland viel mehr opfern als andere Länder, "wenn es dann um Zahlen und Geld geht". Darum sei es eigentlich die ganze Zeit gegangen.