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Die 28 EU-Staaten werden am Sonntag bei einem Sondergipfel über die Griechenland-Krise beraten, wie Angela Merkel am Dienstag nach Abschluss des Eurogipfels in Brüssel ankündigte. Die Europartner erwarteten, dass die griechische Regierung bis spätestens Donnerstag Vorschläge mache, wie ein Hilfsprogramm des Euro-Rettungsschirms ESM aussehen könne, sagte die Bundeskanzlerin. Bisher seien die Voraussetzungen für die Aufnahme von Verhandlungen über ein Rettungsprogramm des ESM nicht gegeben.

Im Gespräch ist laut EU-Diplomaten ein Überbrückungskredit, damit Griechenland nicht schon im Juli zusammenbreche, sowie ein drittes Hilfspaket. Ein Betrag sei bisher nicht bekannt. Das Spitzentreffen endete nach knapp vier Stunden.

Vage Angebote verärgern

Bereits am Nachmittag hatten die EU-Finanzminister getagt, doch Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein neuer Finanzminister Euklides Tsakalotos hatten keinen schriftlichen Vorschlag zur Rettung ihres Landes mitgebracht. Von dem Regierungschef gab es lediglich vage Angebote und eine Zusage, am Mittwoch echte Zahlen und einen schriftlichen Plan abzuliefern. Dabei war von ihm angesichts akuten Zeitdrucks die Offerte von Wirtschaftsreformen im Gegenzug für Kredite erwartet worden.

Als klar wurde, dass Tsipras kein schriftliches Angebot im Gepäck hat, begegneten Kollegen dem strahlenden Ministerpräsidenten mit Verärgerung und Frustration. "Wissen Sie, es gab ein Versprechen für heute", sagte die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaitė. "Dann versprechen sie für morgen. Für die griechische Regierung ist es jedes Mal mañana", sagte Grybauskaitė.

Nach dem abendlichen Treffen fand EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker daher deutliche Worte und drohte Griechenland mit dem Ende der Eurozonen-Mitgliedschaft. Ein Szenario für einen Grexit sei detailliert vorbereitet, sagte Juncker. Zwar sei er absolut dagegen, dass Griechenland die Eurozone verlasse. Wenn Griechenland aber nicht das tue, worum es gebeten worden sei, dann könne er das nicht verhindern. Die griechische Regierung habe bis Freitagmorgen 8.30 Uhr Zeit, sich konkret zu äußern. Davon werde auch das weitere Engagement der Europäischen Zentralbank (EZB) abhängen.

Tsipras versprach, die "Krise endgültig" lösen zu wollen. Das Verfahren solle bis Ende der Woche abgeschlossen sein. Der griechische Vorschlag sei sozial gerecht und wirtschaftlich tragbar.

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