Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands um zwei Stufen auf CCC+ erhöht. Die weitere Entwicklung des Landes wurde mit "stabil" eingestuft, nachdem sich die Tsipras-Regierung mit den internationalen Geldgebern grundsätzlich auf ein drittes Hilfsprogramm und eine Brückenfinanzierung geeinigt hatte. Die Gefahr eines Ausscheidens aus der Eurozone nimmt damit ab, auch wenn das Risiko eines Grexit von der Ratingagentur weiter als "hoch" eingestuft wird.

Griechenland hatte am Montag 7,16 Milliarden Euro von der EU erhalten. Damit konnte Athen zwei seit dem 30. Juni und dem 13. Juli fällige Kredite von insgesamt zwei Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie 4,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zahlen. Laut S&P ist nun "der Zahlungsausfall des Landes bei seinen Schulden gegenüber den privaten Gläubigern in den kommenden sechs bis zwölf Monaten nicht mehr unvermeidbar".

Standard & Poor's hatte die Bonität des Landes Ende Juni von CCC auf CCC- herabgestuft, nachdem der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras überraschend ein Referendum über das Angebot der internationalen Geldgeber für weitere Hilfsleistungen angesetzt hatte. Dies entsprach einer Stufe vor dem kompletten Zahlungsausfall. Auch CCC+ liegt im sogenannten Ramschniveau und bedeutet, dass die Bonität des Landes "erhebliche Risiken" beinhaltet.

Die Wahrscheinlichkeit eines Grexit bezifferte S&P Ende Juni mit 50 Prozent. Das Referendum wurde damals als weiterer Hinweis gewertet, dass die Regierung "der Innenpolitik Priorität vor der finanziellen und wirtschaftlichen Stabilität Griechenlands sowie vor der Begleichung seiner Schulden bei kommerziellen Gläubigern und der Mitgliedschaft in der Eurozone geben" werde.