63 Kilogramm Huhn verspeist jeder Israeli pro Jahr – knapp fünfmal so viel wie der globale Durchschnitt. Das geht aus Daten der Industrieländerorganisation OECD hervor, die Statista für ZEIT ONLINE in einer Grafik aufbereitet hat. Im Jahr 2000 waren es in Israel noch 59 Kilogramm pro Kopf.

Die Europäer lieben dagegen Schweinefleisch. In der EU werden pro Kopf knapp 31 Kilogramm pro Jahr verzehrt. Auf einen höheren Konsum kommt nur China mit 32 Kilogramm. In Argentinien wird vor allem Rindfleisch gegessen: pro Kopf und Jahr mehr als 41 Kilogramm.

Laut OECD haben die weltweiten Fleischpreise im vergangenen Jahr ein Rekordniveau erreicht – angetrieben durch stark steigende Preise für Rindfleisch. Die Organisation geht davon aus, dass die Entwicklung in den kommenden Jahren anhalten wird.

Die Fleischnachfrage entwickelt sich in den Regionen der Welt ganz unterschiedlich. In Europa und den USA stagniert der Konsum. In Asien nimmt er dagegen deutlich zu. Der Grund ist simpel: Die wachsende asiatische Mittelschicht hat immer mehr Lust auf Fleisch. Ein Beispiel: Die chinesischen Landbewohner aßen im Jahr 2011 12,4 Kilogramm mehr Fleisch als 1990. Unter den Städtern stieg der Fleischkonsum im selben Zeitraum sogar um 19,1 Kilogramm auf 48,9 Kilogramm, wie aus dem Fleischatlas der Böll-Stiftung hervorgeht.

Der hohe Fleischkonsum ist nicht ohne Folgen: Drei Viertel aller Agrarflächen werden inzwischen laut Fleischatlas in irgendeiner Weise für die Tierfütterung genutzt, etwa als Weideland oder zum Futtermittelanbau. Effizienter wäre es dagegen, sie für die Produktion von Nahrungsmittel für Menschen zu nutzen, argumentieren die Umweltschützer.

Auffällig ist, dass in der Viehwirtschaft die Massenproduktion von Geflügel das am schnellsten wachsende Segment ist. Bis 2020 sollen 124 Millionen Tonnen Geflügel produziert werden. Das wäre ein Plus von 25 Prozent in nur zehn Jahren. In China wird der Zuwachs sogar bei 37 Prozent liegen.