Die Eröffnung des Flughafens BER muss wegen der Insolvenz der Baufirma Imtech möglicherweise erneut verschoben werden. "Ich halte den Eröffnungstermin für stark gefährdet", sagte der Vorsitzende des Berliner Flughafen-Untersuchungsausschusses Martin Delius. Der Politiker der Piratenpartei beruft sich auf Aussagen des früheren Flughafenchefs Hartmut Mehdorn im Ausschuss, der die Firma als extrem wichtig für das Milliardenprojekt bezeichnet hatte.   

Auch der BER-Aufsichtsrat ist offenbar alarmiert. Aus Kreisen hieß es, die Insolvenz werde "mit Besorgnis" gesehen. Die Gremien des Aufsichtsrats würden die Lage in Kürze erörtern.  

Imtech hatte am Donnerstag einen Insolvenzantrag gestellt. Der Konzern steht schon seit Langem in der Kritik wegen der Bauverzögerungen auf der Flughafen-Baustelle. Aktiv war die Firma dort zum Beispiel bei der Entrauchungsanlage und der Verlegung von Millionen Elektrokabeln – beides Bereiche, die auf dem BER-Gelände große Probleme machen.

Delius warf dem Flughafen-Management Versagen vor. Das Unternehmen hätte sich aus seiner Sicht längst von Imtech trennen sollen. Er verwies auf eine millionenschweren Vorschuss, den die Firma Ende 2012 bekam. "Da hätte klar sein müssen, dass die Firma nicht ganz koscher ist."  

Der Flugbetrieb auf dem Großflughafen in Schönefeld bei Berlin sollte ursprünglich 2012 beginnen, doch kurz vor dem Termin musste die Eröffnung verschoben werden. Seitdem kommen die Arbeiten nicht voran, die Eröffnung wurde immer weiter nach hinten gelegt. Derzeit ist vorgesehen, im zweiten Halbjahr 2017 den Betrieb zu beginnen – ein Termin, der nun wieder infrage steht.