Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert von Europa Schuldenerleichterungen für das klamme Griechenland. Der Fonds könne seine Entscheidung über weitere Finanzhilfen für Athen erst treffen, wenn Maßnahmen für eine Verringerung der Schuldenlast der Griechen ergriffen worden seien, sagte IWF-Vertreterin Delia Velculescu. Man erwarte "Entscheidungen der europäischen Partner Griechenlands über einen Schuldenerlass, der die griechischen Schulden nachhaltiger machen wird", erklärte sie in Athen.

Der IWF hatte sich mit der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Eurorettungsfonds (ESM) an den Verhandlungen an einem dritten Hilfspaket für Griechenland beteiligt, aber bereits deutlich gemacht, dass er sich an der Finanzierung erst beteilige, wenn Griechenlands Schulden "tragfähig" gemacht würden.  

Deutschland hält eine Beteiligung des IWF an einem neuen Hilfsprogramm für Griechenland für zwingend erforderlich, stemmt sich aber gegen weitere Schuldenerleichterungen. Nach den Aussagen von Velculescu bleibt nun weiter fraglich, ob der IWF neue Mittel für Griechenland zur Verfügung stellen wird. Zuletzt hatte unter anderem Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) vom IWF ein klares Bekenntnis zu dessen Rolle beim möglichen neuen Hilfsprogramm gefordert.  

Griechenland soll mit dem Hilfspaket wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen. Das auf drei Jahre angelegte Rettungsprogramm soll einen Umfang von 91,7 Milliarden Euro haben, einschließlich der Erlöse aus dem Verkauf von Staatsvermögen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Mit den neuen Darlehen steigt der Schuldenberg des Landes 2016 auf einen Rekord von 201 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP).