In Griechenland wächst die Hoffnung auf einen raschen Abschluss der Verhandlungen über neue Hilfskredite. Die Grundrisse könnten Medienberichten zufolge schon am Dienstag stehen, das Programm könnte dann am Freitag beschlossen werden. Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis äußerte sich optimistisch. Meldungen, wonach eine Einigung in greifbarer Nähe sei, könnten zutreffend sein, sagte Stathakis. Allerdings kommen laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung skeptische Töne aus Deutschland.

In Brüssel hieß es, die Gläubiger-Institutionen hätten sich untereinander auf einen 27-seitigen Entwurf geeinigt, in dem die von der Regierung in Athen verlangten Gegenleistungen für neue Milliardenhilfen fixiert seien. Dieser müsse noch mit der griechischen Regierung abgestimmt werden. Am Donnerstag wäre dann eine Entscheidung des Parlaments in Athen und am Freitag der Euro-Finanzminister möglich. Nach diesem Zeitplan könnte Griechenland am 20. August fällige Kreditrückzahlungen an die Europäische Zentralbank aus dem neuen Programm leisten.

Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge bleibt allerdings ungewiss, ob sich die Bundesregierung dem Zeitplan fügen wird. In einer Telefonkonferenz der Finanzstaatssekretäre habe der deutsche Vertreter Thomas Steffen verlangt, dass Griechenland erst seine Probleme mit Flüchtlingen in den Griff bekommen müsse. Andere Staaten hätten diese Forderung als abwegig zurückgewiesen. Außerdem will Deutschland dem Bericht zufolge zunächst nur etwa 20 Milliarden Euro als erste Kreditrate freigeben, während die Institutionen 30 bis 35 Milliarden Euro für richtig halten.

Die Zeit drängt: Am 20. August muss Athen 3,4 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Gelingt vorher eine Einigung, könnten die Griechen ihre Schulden mit frischem Geld aus dem neuen Rettungsprogramm begleichen. Reicht die Zeit nicht, müsste Athen bei der EU einen neuen Brückenkredit beantragen. Bevor das Rettungsprogramm endgültig in Kraft tritt, müssen auch noch mehrere nationale Parlamente über das Programm abstimmen, darunter auch der Deutsche Bundestag.