Der Gebäudeausrüster Imtech will trotz des Insolvenzantrags die Arbeit am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg (BER) fortsetzen. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt mit. Die Mitarbeiter aller Gewerke und die Subunternehmer hätten zugesagt, "den Flughafenbau bis auf Weiteres unverändert fortzuführen". Bisher liege man im vorgegebenen Zeitplan. Im Zuge des vorläufigen Insolvenzverfahrens solle nun überprüft werden, inwieweit die Arbeiten langfristig fortgeführt werden können.

Die geplante Eröffnung des Flughafens im zweiten Halbjahr 2017 hängt entscheidend von Imtech ab. Das Unternehmen mit dem zweifelhaften Ruf ist auf der Baustelle unter anderem für die Verlegung von Millionen Kabeln verantwortlich. Vor allem aber verantwortet es gemeinsam mit Bosch den Bau der BER-intern nur noch als "Monster" bezeichneten, für die Eröffnung entscheidenden Entrauchungsanlage

Unterstützung kommt vor diesem Hintergrund von der Landesregierung Brandenburg, die mit einer Gesetzesänderung verhindern will, dass die Baugenehmigung für das zentrale Abfertigungsgebäude im kommenden Jahr ausläuft. In diesem Fall würde ein neues Genehmigungsverfahren mit wahrscheinlich strengeren Auflagen drohen. Die Folge wäre eine weitere Verzögerung um Jahre oder gar ein Aus des Projekts.

Um das zu verhindern, sollen Baugenehmigungen für Großprojekte in Brandenburg künftig unbegrenzt gültig sein. Dafür solle bei der anstehenden Neufassung der Landesbauordnung ein entsprechender Passus eingefügt werden, bestätigte Steffen Streu, Sprecher des Infrastrukturministeriums, einen Bericht der Potsdamer Neuesten Nachrichten. "Es ergibt keinen Sinn, wegen der begrenzten Gültigkeit von Baugenehmigungen das Projekt BER an die Wand fahren zu lassen", sagte Streu.

Nach bisherigem Recht würde die 2009 erteilte Baugenehmigung für das Hauptterminal im Oktober 2016 auslaufen. Die Neufassung der Landesbauordnung sei derzeit in der Abstimmung unter den beteiligten Ministerien, sagte Streu. "Wir gehen davon aus, dass die Novellierung bis Ende des Jahres abgeschlossen werden kann."

Der Flugbetrieb auf dem Großflughafen in Schönefeld bei Berlin sollte ursprünglich 2012 beginnen, doch kurz vor dem Termin musste die Eröffnung verschoben werden. Seitdem kommen die Arbeiten nicht voran, die Eröffnung wurde immer weiter nach hinten gelegt. Zuletzt war vorgesehen, im zweiten Halbjahr 2017 den Betrieb zu beginnen.