Der hoch verschuldete Freistaat Puerto Rico steht offenbar vor der Zahlungsunfähigkeit. Am Wochenende konnte das Land eine fällige Anleihe im Wert von 58 Millionen Dollar nicht begleichen. Das bestätigte der Stabschef des Gouverneurs, Victor Suárez.

Die Regierung der Insel, die zu den Außengebieten der USA zählt, hatte in den vergangenen Wochen signalisiert, dass sie das Geld nicht werde aufbringen können. Suárez vertritt die Auffassung, dass das Land damit formal nicht zahlungsunfähig sei. Die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's hatten jedoch angekündigt, den Vorgang sehr wohl als Staatspleite zu werten.

Gouverneur Alejandro García Padilla hatte im Juni zur Überraschung von Investoren erklärt, das Territorium werde seine Staatsschulden in Höhe von 72 Milliarden Dollar nicht begleichen können und benötige eine Umschuldung. Suárez zufolge geht der Regierung des US-Außengebietes im November das Geld aus, sollte der Inselstaat keine Unterstützung erhalten. Seither verhandelt das Land mit seinen Gläubigern über eine Lösung.     

Die soziale Lage im Land ist prekär: Von den 3,6 Millionen Einwohnern leben schon jetzt 45 Prozent unterhalb der Armutsgrenze. Nach Angaben der New York Times sind die Schulden pro Kopf in Puerto Rico inzwischen die höchsten in den USA.