600 Brandschutzwände des neuen Hauptstadtflughafens BER müssen abgerissen und neu gebaut werden. "Wir haben eine gehörige Zahl von Wänden, die als Brandschutzwände definiert sind, aber so nicht gebaut wurden", sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld im Flughafenausschuss des Brandenburger Landtags. Demnach wurden für den Bau unzulässige Gasbetonsteine verwendet. Dadurch könnten sich die Bauarbeiten um weitere vier bis sechs Monate verzögern.

Die Panne fügt sich in eine immer länger werdende Liste an Baumängeln. Erst vergangene Woche hatte der zuständige Landkreis Dahme-Spree einen sofortigen Baustopp verhängt, nachdem Prüfer "erhebliche Überschreitungen von Gewichtsbelastungen im Gebäudedach" festgestellt hatten. Ob der vom BER-Aufsichtsrat geplante Eröffnungstermin im zweiten Halbjahr 2017 zu halten ist, wird durch die erneuten Verzögerungen zunehmend unwahrscheinlich.

Forderungen, den Flughafen komplett neu zu bauen, lehnt der Aufsichtsrat allerdings ab. Abriss und Neubau würden mindestens fünf bis sieben Jahre dauern, sagte der Flughafenkoordinator der Landesregierung, Rainer Bretschneider, während der Sitzung im Landtag. Bretschneider ist ebenfalls stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft.

Tatsächlich hat der Aufsichtsrat erst vergangenen Freitag ein neues Finanzpaket in Höhe von 65 Millionen Euro verabschiedet, mit dem sowohl der geplante Flughafen BER als auch der bestehende Flughafen Schönefeld ausgebaut werden sollen. Geplant sei, dass der ehemalige DDR-Zentralflughafen Schönefeld bis 2022 parallel zum benachbarten BER in Betrieb bleibt, teilte die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FFB) mit.