VW zieht Konsequenzen im Skandal um manipulierte Abgastests. Der Konzern will Diesel-Autos mit Vierzylindermotoren in den USA vorerst nicht mehr verkaufen, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Aktuelle Modelle der Marken VW und Audi sind von dem Verkaufsstopp betroffen. Auch gebrauchte Fahrzeuge dieses Typs will der Autohersteller vorerst vom Markt nehmen. Im Zuge des Skandals hat die Volkswagen-Aktie hat an der Frankfurter Börse erheblich an Wert verloren. Zunächst war von Verlusten von 13 Prozent die Rede. Nach jüngsten Meldungen fiel die Aktie am Morgen um bis zu 21 Prozent. Das machte auch dem deutschen Leitindex Dax zu schaffen, der um 0,5 Prozent nachgab.

Volkswagen hatte am Sonntag eingeräumt, die Abgaswerte von Diesel-Autos in den USA für Fahrzeugtests manipuliert zu haben. Die US-Umweltbehörde EPA führt eine Untersuchung gegen den Konzern unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Klimaschutzgesetz Clean Air Act.

Bereits am Freitag hatte die Regierung von Präsident Obama entschieden, dass Volkswagen die Software von 482.000 Autos in den USA überarbeiten muss. Die Behörden verdächtigten den Autohersteller, mit seiner Software bewusst Emissionsgrenzen umgangen zu haben.  Der Konzern musste dafür Fahrzeugmodelle aus den Jahren 2009 bis 2015 zurückbeordern. Dazu zählen unter anderem der Volkswagen Jetta (Produktionszeitraum 2009 bis 2015), der Volkswagen Beetle (2009–2015), der Audi A3 (2009–2015), der Golf (2009–2015) und der Passat (2014–2015).

Die Software erkennt, wenn die Emissionswerte des Fahrzeugs getestet werden. Dann schaltet sie sich ein und beginnt, die Emissionen zu regulieren. Diese Kontrolle sei während normaler Fahrten abgeschaltet. Das Auto emittiere dann deutlich mehr Schadstoffe, als von Volkswagen angegeben, heißt es in dem Schreiben der Umweltschutzbehörde. Dem Dax-Konzern drohen deswegen schlimmstenfalls Strafzahlungen von mehr als 18 Milliarden Dollar.

"Jeder Politiker könnte bei einer solchen Angelegenheit nicht in seinem Amt bleiben", sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung mit Blick auf  VW-Chef Martin Winterkorn. Winterkorn sei auch Chef der  Entwicklungsabteilung von VW. "Dieser Bereich ist für die Software  der Motorsteuerung zuständig", betonte Dudenhöffer. "Entweder  Winterkorn wusste, was passiert ist. Das wäre schlecht für ihn. Oder er wusste nicht, was passiert ist. Das wäre noch schlechter. Denn dann hätte er seinen Laden nicht im Griff."