Der Tod eines Mannes an der Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei hat den EU-Gipfel in Brüssel belastet. Ein Migrant sei von bulgarischen Grenzschützern erschossen worden, berichteten mehrere Nachrichtenagenturen. Sie beriefen sich dabei auf bulgarische Regierungskreise.

Es ist der erste tödliche Schuss von einem Sicherheitsbeamten seit Beginn der Flüchtlingskrise in Europa. Der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow erfuhr während des EU-Gipfels von dem tragischen Zwischenfall und reiste sofort in seine Heimat zurück. Bei dem Treffen wurde über einen Aktionsplan mit der Türkei zur Flüchtlingskrise beraten.

Die Schüsse seien gefallen, als die Grenzschützer eine Gruppe von ungefähr 50 Migranten aufhalten wollten, hieß es von bulgarischer Seite. Die Menschen – allesamt Männer – hätten die Grenze zwischen der Türkei und Bulgarien illegal überqueren wollen.

Nach ersten Erkenntnissen sei einer der Männer von einem Querschläger getroffen worden, als ein Grenzschützer Warnschüsse auf eine Gruppe von afghanischen Flüchtlingen abgab, sagte ein Vertreter des bulgarischen Innenministeriums dem Rundfunksender BNR.

Laut Regierungsangaben war keiner der Flüchtlinge bewaffnet. Die restlichen Männer aus der Gruppe seien festgenommen und Ermittlungen zum genauen Tathergang eingeleitet worden.

EU-Gipfelchef Donald Tusk sagte über den Vorfall: "Dies ist das nächste Argument dafür, wie wichtig unsere Diskussion heute Abend war." Er sicherte Bulgarien Unterstützung zu. "Herr Borissow ist sich der Sache absolut bewusst, dass wir bereit sind zu helfen."