Der Chef der Deutschen Bank, John Cryan, hat seine Branche kritisiert. "Ich denke, dass die Leute in Banken zu viel Geld bekommen. Viele in der Branche meinen immer noch, sie sollten wie Unternehmer bezahlt werden", sagte Cryan. Häufig würden Boni-Zahlungen bestimmen, wie Angestellte arbeiten. Dies müsse sich ändern.

Viele Banker würden versuchen, möglichst hohe Beträge zu erwirtschaften, um so hohe Sonderzahlungen zu erhalten. Dies sei auch die Schuld des Managements, sagte Cryan. "Wir können einen sehr viel besseren Job dabei machen, den Leuten zu sagen, was wir von ihnen wollen. Da sind oft die falschen Signale ausgesendet worden."

Auch die Bankenaufseherin der Europäischen Zentralbank (EZB), Danièle Nouy, kritisierte, wie Banker bezahlt werden. "Finanzielle und nicht-finanzielle Anreize spielen bei Fehlverhalten ein entscheidende Rolle", sagte Nouy. Um weitere Skandale in den Geldhäusern zu verhindern, will die EZB-Bankenaufsicht die Bezahlsysteme der Kreditinstitute künftig stärker kontrollieren.

Auch Cryan will Konsequenzen ziehen. Als er im Juli sein Amt angetreten habe, sei ihm aufgefallen, wie weit Botschaften der Konzernführung und das Befinden der Mitarbeiter auseinanderfielen. "Ich mochte die Art nicht, wie Leute in der Bank Informationen aus zweiter oder dritter Hand bekamen. Wir brauchen da mehr Transparenz", sagte Cryan. Künftig will er seine Mitarbeiter stärker in Entscheidungen einbinden.

Ende Oktober hatte die Deutsche Bank verkündet, dass sie ihren Aktionären für die Jahre 2015 und 2016 keine Dividende zahlen werde – erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg. Cryan kündigte daraufhin einen harten Sparkurs an. Dieser sieht vor, dass 9.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Weitere 20.000 Mitarbeiter sollen wegfallen, wenn die Bank Unternehmensbeteiligungen verkauft. 2018 sollen dann noch etwa 77.000 Menschen in dem Unternehmen arbeiten, zuletzt waren es etwa 103.000.