Die Flugbegleiter der Lufthansa dürfen nach einer Entscheidung eines Arbeitsgerichts ihren Streik am Flughafen Düsseldorf vorerst nicht fortsetzen. Die 1. Kammer des Arbeitsgerichts Düsseldorf gab einem Antrag der Fluggesellschaft statt, die den Erlass einer einstweiligen Verfügung gefordert hatte. Damit seien "für den heutigen Tag weitere Streikmaßnahmen am Standort Düsseldorf untersagt".

Das Gericht halte den Ausstand für rechtswidrig, da die Gewerkschaft Ufo ihre Streikziele nicht ausreichend formuliert habe. Tarifziele müssten aber klar und ohne Widerspruch benannt werden. Deshalb untersagte das Gericht der Gewerkschaft, am Dienstag in Düsseldorf zu streiken. Lufthansa fordert, dass die einstweilige Verfügung bis Freitag gelten solle und reichte einen weiteren Antrag ein.

Ufo ist bereit, mit der Lufthansa zu sprechen, weigert sich aber, die geplanten Streiks abzusagen. "Das Angebot bringt minimale Verbesserungen und wird dazu noch mit einer Drohung werden, so funktioniert das nicht", begründete der Ufo-Chef Nicoley Baublies die Entscheidung, den Streik fortzusetzen. Deshalb sagte die Fluggesellschaft für Mittwoch 931 Flüge ab, die in Frankfurt, München und Düsseldorf starten oder landen sollten.

"Es ist uns vollkommen unverständlich, dass die Ufo ihren eigenen Worten keine Taten folgen lässt und auch morgen fast 100.000 Kunden schweren Schaden zufügt", wird Personalvorstand Betinna Volkens in einer Mitteilung zitiert.

Seit fast zwei Jahren verhandeln Ufo und Lufthansa. Die Gewerkschaft kämpft für die etwa 19.000 Flugbegleiter dagegen, dass Renten und die sogenannte Übergangsversorgung gekürzt werden. Die Arbeitgeber zahlt den Flugbegleiter eine betriebsinterne Frührente, damit diese wegen der körperlichen Belastungen des Jobs früher aus dem Beruf ausscheiden können. Durchschnittlich gehen Flugbegleiter mit 56 Jahren in den Ruhestand.