Die Flugbegleiter der Gewerkschaft Ufo dürfen wie geplant weiter streiken. Die vierte Kammer des Düsseldorfer Arbeitsgericht hat an diesem Standort eine Klage der Lufthansa zurückgewiesen. Das Unternehmen wolle gegen diese Entscheidung in Berufung gehen, teilte eine Sprecherin mit. Sie verwies darauf, dass das Arbeitsgericht in Düsseldorf die Arbeitsniederlegungen der Flugbegleiter am Dienstag noch für rechtswidrig erklärt hatte.

Am Dienstag hatte die erste Kammer der einstweiligen Verfügung stattgegeben und den Streik verboten. Das Arbeitsgericht ist allein für den Düsseldorfer Flughafen zuständig. An den Standorten Frankfurt am Main und München, die ebenfalls bestreikt werden, hatte das Arbeitsgericht Darmstadt in der Nacht zum Mittwoch die Streiks für zulässig erklärt. Die Versuche des Konzerns, den Ausstand durch die Arbeitsgerichte stoppen zu lassen, bleiben damit folgenlos.

Derzeit erlebt Lufthansa den bisher größten Streiktag, mehr als 930 Flüge fielen aus, rund 100.000 Passagiere waren davon betroffen. Für Donnerstag hat die Gewerkschaft Ufo zum Streik in gleicher Dimension auf den Kurz-, Mittel- und Langstrecken aufgerufen. Lufthansa strich vorsorglich 933 Flüge. Seit Beginn des Ausstands am vergangenen Freitag hat die Airline bis einschließlich Mittwoch mehr als 3.700 Flüge absagen müssen.

Der Chef der Lufthansa, Carsten Spohr, hält an seinem harten Kurs gegen die Gewerkschaften fest. Der Konzern könne sich das nicht mehr leisten, daher würden die Auseinandersetzungen so lange ausgetragen wie notwendig, sagte er. "Jeder Streiktag ist einer zu viel." Ein schnelles Ende der Arbeitsniederlegungen sei nicht in Sicht. Aber natürlich ende jede Verhandlung mit einem Kompromiss, sagte Spohr.

Ufo-Chef Nicoley Baublies dagegen rechnet nicht damit, dass noch während des Streiks verhandelt wird. Lufthansa wirft der Gewerkschaft vor, bei den Gesprächen auch Themen besprechen zu wollen, die ausschließlich in die unternehmerische Entscheidungsbefugnis fielen.