Es gibt Grund für Optimismus. Alles deutet darauf hin, dass sich die internationale Gemeinschaft in Paris auf ein neues Klima-Abkommen verständigen wird. Offen ist freilich noch, was es konkret beinhalten wird. Und wie ambitioniert das Abkommen wird, hängt entscheidend davon ab, wie viel Geld auf den Tisch gelegt wird

Um den Klimawandel zu begrenzen, müssen wir unsere bisherige Wirtschafts- und Lebensweise radikal ändern. Bis 2070 sollen die globalen Treibhausgasemissionen auf null reduziert werden. Alleine im Energiesektor wird das laut der Internationalen Energieagentur bis 2035 weltweit 16,5 Billionen Dollar kosten. Außerdem werden jährlich Hunderte Milliarden gebraucht, um die Anpassung an die negativen Folgen des Klimawandels finanziell stemmen zu können. Dieser Herausforderung wird sich jedes Land auf die eine oder andere Weise stellen müssen, egal ob arm oder reich, Ölstaat oder Kleininsel.

Wer welchen Teil der Lasten übernimmt, darüber wird auch in Paris verhandelt.

Kann eine Einigung zur Finanzierung gelingen?

Das Problem ist nicht neu. Als sich die Industriestaaten 2009 auf dem Klimagipfel in Kopenhagen nicht auf konkrete Schritte zur Minderung von Treibhausgasemissionen einigen konnten, wurde stattdessen vereinbart, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar zu mobilisieren, um Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen.

Bis heute gibt es Streit um die Summe: Handelt es sich bei dem Geld um reguläre Entwicklungsfinanzierung, die nun bloß ein neues Etikett erhält, oder sind es zusätzliche Mittel? Inwieweit sollten private Investitionen für das Erreichen dieser Summe zählen? Darf man Mittel für Versicherungen und Exportkredite als Teil der 100 Milliarden betrachten?

Die Industriestaaten sehen das Erreichen der 100 Milliarden als wichtiges Ziel an. Trotz der Finanzkrise wurde relativ viel Geld zur Verfügung gestellt und auch für den neuen Green Climate Fund wurden bereits fast zehn Milliarden mobilisiert. Doch noch ist unklar, wie die 100 Milliarden erreicht werden sollen.

Aus Sicht der Entwicklungsländer gibt es ein weiteres Problem: Für sie sind die 100 Milliarden nur das absolute Minimum. Sie betonen auch, dass zwar immer mehr Mittel für die Minderung von Treibhausgasen mobilisiert werden, aber dass kaum Geld für ihre Anpassung an die Folgen des Klimawandels fließt.