Staats- und Regierungschefs haben bei der Eröffnung der Klimakonferenz in Le Bourget bei Paris zu raschem und entschlossenem Handeln gegen den Klimawandel aufgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte die reicheren Länder dazu auf, vor allem ihre finanziellen Zusage an die ärmeren und besonders verwundbaren Staaten einzulösen und ihnen ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für Klimaschutz und die Bewältigung von Klimafolgen zur Verfügung zu stellen.

Einige führende Wirtschaftsnationen und Investoren aus der Privatwirtschaft haben bereits erste Finanzzusagen gemacht:


  • Deutschland, Norwegen und Großbritannien wollen bis 2020 ihre Finanzierung für den Waldschutz auf dann insgesamt eine Milliarde US-Dollar pro Jahr steigern. Profitieren könnten davon unter anderem Brasilien, Kolumbien und Äthiopien. "Der Waldschutz wird ein wichtiger Baustein des Pariser Abkommens", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Ein erstes Projekt wurde in Le Bourget bereits vereinbart: Kolumbien sagte zu, die Abholzung seiner Wälder schrittweise zu begrenzen und 2020 komplett zu stoppen. Für den Kohlenstoff, der in den Bäumen bleibt, erhält das südamerikanische Land etwa fünf US-Dollar pro Tonne. Mit Waldschutz ließe sich nach UN-Schätzungen global etwa ein Drittel der notwendigen Treibhausgasreduzierung erreichen.
  • Deutschland, Norwegen, Schweden und die Schweiz gründen gemeinsam mit der Weltbank die Transformative Carbon Asset Facility (TCAF), eine neue Initiative, die Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel mit 500 Millionen Dollar unterstützen soll. Das Geld soll die Länder beispielsweise beim Übergang zu erneuerbaren Energien unterstützen oder in den Themenfeldern Energieeffizienz und Müllmanagement. Die Initiative beginnt 2016 mit der Arbeit, zunächst mit 250 Millionen Euro der Gründungsländer. Bis das Ziel von 500 Millionen Euro erreicht sei, bleibt das Programm offen für weitere Geldgeber.  
  • Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Schweden, die Schweiz, Großbritannien und die USA geben zusammen 250 Millionen Dollar in den Least Developed Countries Fund (LDCF), eine Unterstützungsinitiative der Global Environment Facility (GEF) für Entwicklungs- und besonders verletzliche Länder, die unter den Folgen des Klimawandels leiden. 320 Anpassungsprojekte aus 129 Ländern haben seit 2001 diese Hilfen in Anspruch genommen. Der GEF hat bisher insgesamt 1,3 Milliarden Dollar aus Eigenmitteln auszahlen können und insgesamt 7 Milliarden aus anderen Quellen mobilisieren können.
  • Der chinesische Staatschef Xi Jinping kündige an, einen 20 Milliarden Dollar umfassenden Fonds zu gründen, der Entwicklungsländer unterstützen soll. Klimafreundliche Techniken sollten in Entwicklungsländer transferiert werden. Die Bedürfnisse dieser Staaten, Armut zu reduzieren und den Lebensstandard ihrer Bevölkerung zu steigern, müssten berücksichtigt werden. Ziel müsse eine Kooperation mit beiderseitigem Gewinn sein, bei der jedes Land das Mögliche beitrage.
  • US-Präsident Barack Obama und der französische Präsident François Hollande starteten mit Microsoft-Mitbegründer Bill Gates die Mission Innovation. In dieser Initiative verpflichten sich 20 Länder, ihre Investitionen in die Entwicklung sauberer Technologien in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. Zu den teilnehmenden Ländern gehören Saudi-Arabien, Indien, China, Indonesien und Brasilien.