Zum zweiten Mal innerhalb von nur vier Tagen hat Südafrikas Präsident Jacob Zuma seinen Finanzminister ausgetauscht. Zumas Büro teilte mit, den erst am Donnerstag vereidigten David van Rooyen durch Pravin Gordhan zu ersetzen, der bereits von 2009 bis 2014 Ressortchef des Finanzministeriums gewesen war. Er habe viele Vorschläge erhalten, die Entscheidung zu van Rooyen noch einmal zu überdenken, erklärte Zuma. "Als demokratisch gewählte Regierung ist es für uns wichtig, dem Volk zuzuhören und auf seine Meinung einzugehen."

Zuvor war massive Kritik an der Berufung des eher unbekannten Abgeordneten van Rooyen aufgekommen. Zuma hatte dessen Vorgänger Nhlanhla Nene am späten Mittwochabend entlassen, was im In- und Ausland für Unruhe sorgte. Als Reaktion auf Nenes Entlassung war die Landeswährung, der südafrikanische Rand, auf ein Rekordtief gefallen. Nene hatte 2014 seinerseits Gordhan ersetzt.

Die Opposition warf Zuma angesichts des erneuten Wechsels vor, "Russisch Roulette mit Südafrikas Wirtschaft zu spielen", wie es Mmusi Maimane von der Demokratischen Allianz formulierte. Auch der Leiter der Forschungsabteilung bei Nedbank Capital, Mohammed Nalla, zeigte sich skeptisch. "Kritiker würden sagen, dass es dem Ruf Südafrikas nicht förderlich ist, wenn ein Finanzminister nur zwei Tage im Amt bleibt." Van Rooyen hatte die Geschäfte am Donnerstag und Freitag geführt.

Nene hatte sich für Einsparungen und die Begrenzung von Hilfen für Staatskonzerne eingesetzt. Er stemmte sich zudem gegen Pläne zum Bau einer Reihe von Atomkraftwerken mit Gesamtkosten von bis zu 100 Milliarden Dollar. Außerdem rüffelte er die Chefin der staatlichen South African Airways, Dudu Myeni, wegen einer geplatzten Bestellung von zehn Airbus-Maschinen. Myeni gilt als Zuma-Vertraute. Viele Ökonomen sprachen van Rooyen die Befähigung ab, die schwierige Wirtschaftslage zu meistern. Seine Ernennung hatte für Unruhe an der Börse gesorgt. Südafrika leidet insbesondere unter den weltweit niedrigen Rohstoffpreisen.