Der argentinische Senat hat einer Milliardenzahlung an mehrere US-amerikanische Hedgefonds zugestimmt. Mit 54 zu 16 Stimmen votierte das Parlament in Buenos Aires nach 14-stündiger Beratung für ein Abkommen zwischen Regierung und Investoren. Dieses sieht einen Vergleich von 4,65 Milliarden Dollar vor, mit dem das südamerikanische Land sämtliche Streitigkeiten beilegt. Das entspricht 75 Prozent der ursprünglich geforderten Summe.

In dem Konflikt geht es um Schulden aus der Staatspleite Argentiniens Ende 2001. Auf deren Rückzahlung hatte eine Gruppe von Gläubigern geklagt, angeführt wurde sie von dem Hedgefonds NML Capital. Der hatte gemeinsam mit dem Investor Aurelius nach der Pleite argentinische Schuldscheine aufgekauft und verlangte dann deren Nennwert. Jahre später entschied der US-Bundesrichter Thomas Griesa, dass Argentinien den Fonds auszahlen müsse, bevor es die Forderungen weiterer privater Gläubiger begleichen dürfe.

Die früheren, linken Regierungen von Néstor und Cristina Kirchner hatten sich geweigert, das Geld zu zahlen. Denn 90 Prozent der Gläubiger Argentiniens hatten in den Jahren 2005 bis 2010 einem Schuldenschnitt zugestimmt und auf mehr als die Hälfte ihres Geldes verzichtet – nicht so die Hedgefonds. Seit vergangenem Jahr regiert in Argentinien die konservative Regierung von Präsident Mauricio Macri. Er bereitete die jetzige Einigung vor.

Weil Argentinien sich weigerte, den Hedgefonds auszubezahlen, war das Land faktisch vom internationalen Kapitalmarkt abgeschnitten. Die Regierung konnte deshalb in den vergangenen Jahren im Ausland weder Anleihen aufnehmen noch Investoren anlocken, um die Krise zu beenden. Nach dem Urteil in den USA drohten zudem Pfändungen von Staatseigentum.