Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind auch im März gesunken. Verglichen mit den Preisen im Februar nahmen sie um 0,1 Prozent ab, teilte das Europäische Statistikamt mit. Ursache dafür ist vor allem der fallende Ölpreis. Seit März vergangenen Jahres sanken die Energiepreise um 8,7 Prozent. Die Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak sowie für Dienstleistungen stiegen hingegen 0,7 bzw. 1,3 Prozent.

Dass die Preise durchschnittlich fallen, sorgt in der Europäischen Zentralbank (EZB) für Unruhe. Denn die Bank strebt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Um diese zu erreichen, kauft sie seit Längerem Staatsanleihen auf – inzwischen für insgesamt 1,74 Billionen Euro.

Vor allem Konsumenten freuen sich über die niedrige Teuerungsrate, ihre Kaufkraft steigt dadurch. Die EZB fürchtet aber, dass dies Verbraucher und Unternehmen dazu verleitet, Anschaffungen und Investitionen aufzuschieben, weil diese in absehbarer Zeit noch billiger werden könnten. Eine mögliche Folge wäre, dass wegen der geringeren Nachfrage die Wirtschaft weniger produziert und es mittelbar zu einer Deflation kommt.

Kaufkraft - Kurz erklärt: Wie kommt es zu einer Deflation? Die Eurozone rutscht nach der aktuellen EU-Prognose in die Deflation. Die Verbraucherpreise werden 2015 voraussichtlich um 0,1 Prozent sinken – mit möglicherweise drastischen Folgen für Kaufkraft, Konsum und Investitionen.