Deutschland bleibt nach der Prognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute auf einem stabilen Wachstumspfad. Nach ihrem Frühjahrsgutachten rechnen die Experten in diesem Jahr mit 1,6 Prozent Wachstum und 2017 mit 1,5 Prozent.

Auch für den Arbeitsmarkt zeigen sich die vier Institute zuversichtlich. So dürften in diesem Jahr rund 500.000 und im nächsten Jahr 390.000 Erwerbstätige hinzukommen. Die große Zahl an Flüchtlingen werde aber 2017 dazu führen, dass die Arbeitslosigkeit leicht zunimmt. Als Konjunkturrisiko sehen die Ökonomen den raschen Strukturwandel in China, weg von Exporten und Investitionen der Industrie, hin zu mehr Konsum und Dienstleistungen.

Geringe Inflation und niedrige Zinsen, steigende Löhne und die anziehende Beschäftigung schieben laut Gutachten den privaten Konsum kräftig an. Die Verbraucher dürften in diesem Jahr 2,1 Prozent mehr ausgeben als 2015. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem moderaten Aufschwung", heißt es in dem Gutachten. Der Außenhandel hingegen sorge kaum für Impulse. Die Institute senkten deshalb ihre Wachstumsprognose für 2016 leicht auf 1,6 von bislang 1,8 Prozent und bestätigten damit einen Reuters-Bericht vom Mittwoch. Für nächstes Jahr rechnen die Ökonomen mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,5 Prozent. Zum Vergleich: 2015 war Europas größte Volkswirtschaft noch um 1,7 Prozent gewachsen.

Das Gutachten mit dem Titel "Moderater Aufschwung – Wirtschaftspolitik wenig wachstumsorientiert" dient der Bundesregierung als Basis für die eigene Konjunkturprognose. Beteiligt daran waren unter anderem das Münchner ifo Institut, das Berliner DIW, das Essener RWI und das IWH aus Halle.