Die Gespräche zwischen den Ölförderstaaten in der katarischen Hauptstadt Doha haben keine Einigung erzielt. Das sagte Katars Energieminister Mohammed bin Saleh Al-Sada.

Angestrebt hatten die Staaten eine Deckelung der weltweiten Produktion, um dem Preisverfall entgegenzuwirken. Nun soll es ein weiteres Treffen der Opec-Staaten geben, sagte der nigerianische Energieminister Emmanuel Ibe Kachikwu.

Unklar ist, ob die verfehlte Einigung mit dem iranischen Boykott des Treffens zusammenhängt. Die iranische Regierung hatte vor dem Treffen mitgeteilt, bei den Plänen von Russland und Saudi-Arabien, die Ölproduktion zu verringern, nicht mitmachen zu wollen. Der Iran hatte daraufhin auch keinen Vertreter nach Doha entsandt. "Da wir einen Plan fürs Einfrieren nicht unterzeichnen wollen, gibt es auch keine Notwendigkeit, jemanden vor Ort in Doha zu haben", sagte der iranische Ölminister Bijan Namdar Zangeneh nach Angaben der Nachrichtenagentur Shana.

Namdar Zangeneh sagte auch, der Iran werde seine Produktion wie geplant auf vier Millionen Barrel am Tag erhöhen. Analysten hatten wegen dieser Haltung des Irans ein Scheitern der Gespräche in Doha nicht ausgeschlossen. Saudi-Arabien, ein einflussreiches Opec-Mitglied, befürchtet, dass der Iran aus der eigenen Zurückhaltung Kapital schlagen könnte. Das könnte der Ölindustrie in Saudi-Arabien schaden und so auch die Stimmung zwischen dem Königreich und dem Iran weiter verschlechtern.

Das Scheitern der Gespräche zwischen den Opec-Staaten dürfte den Ölpreis weiter senken. Zwischen Mitte 2015 und Ende 2015 ist der Ölpreis durch ein Überangebot am Markt um bis zu 70 Prozent eingebrochen. Die Aussicht auf eine Kappung der Produktion führte seit Januar zu einem Preisanstieg von 60 Prozent auf fast 45 Dollar pro Fass (159 Liter).

Das Überangebot an Öl ist entstanden, weil führende Förderländer wie Saudi-Arabien ihre Produktion erhöhten, um Marktanteile zu halten. Sie fühlten sich durch die wachsende Konkurrenz, auch von US-Frackingfirmen, unter Druck gesetzt. Der fallende Ölpreis kostete die Haushaltskassen der Förderländer viele Einnahmen.

Verbraucher freuen sich über niedrige Preise

Für die Verbraucher bedeutet der niedrige Ölpreis günstige Preise für Benzin und Heizöl. Beobachter hatten zuvor Zweifel an der Wirksamkeit der Pläne zum Einfrieren auf dem Förderniveau von Januar geäußert. Neben dem Iran waren auch die USA und Norwegen nicht an den Gesprächen beteiligt. Zudem gab es Bedenken, dass im Januar bereits zu viel Öl gefördert worden sei, als dass eine Deckelung auf diesem Niveau den Kurs steigen lassen könnte.