Trotzdem wird alles gekauft, wovon sich Haus- und Wohnungsbesitzer einen Nutzen versprechen: Von mechanischen Sicherungen für Fenster und Türen, wie Zapfen und Sicherheitsbolzen, die das unfreiwillige Öffnen verhindern sollen, über Zusatzschlösser und Sicherheitsriegel bis hin zu Bewegungsmeldern, Alarmanlagen und sogar Lichtanlagen, die ein bewohntes Haus und einen laufenden Fernseher vortäuschen sollen, ist alles dabei. Allerdings auch vieles, was viel Geld kostet, aber so gut wie überhaupt keine Abschreckung für Täter ist, warnen Experten.

Für eine ordentliche Alarmanlage muss man schon rund 3.000 Euro berappen, sagt Brauer. Doch auch, wenn die KfW nun mit üppigen Zuschüssen lockt: "Alarmanlagen sind nur in ganz seltenen Fällen hilfreich", weiß Kriminologe Feltes. "Einbrecher lassen sich davon nicht abschrecken – im Gegenteil. Denn wo eine Alarmanlage ist, gibt es was zu holen." Sinnvoller findet er "stille" Alarmanlagen, die per SMS oder Handyanruf den Besitzer oder die Polizei informieren, wenn sich im Haus etwas tut: "Hier gibt es schon recht gute Lösungen für wenig Geld."

Von Billigalarmanlagen aus dem Internet sollte man die Finger lassen, genau wie von Videokameras und Lichtanlagen. Eine Auswertung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) hat festgestellt, dass Videokameras auf Einbrecher kaum Wirkung haben. Auch den Eindruck zu erwecken, jemand wäre zu Hause, weil das Licht zeitgesteuert angeht oder der Fernseher läuft, sind laut KFN keine Maßnahmen, die Einbrecher wirklich abhalten. 

Alarmanlagen haben keine große Wirkung

Wirklich sinnvoll sind dagegen mechanische Sicherungen an Türen und Fernstern. Hier würden die meisten Einbruchsversuche scheitern, so das KFN. Das Forschungsinstitut hat hierzu 900 erfolgreiche und 300 erfolglose Einbrüche untersucht. Vor allem Pilzkopfverriegelungen, Mehrpunktverriegelungen und Querriegelschlösser sind die besten Mechanismen, um Diebe aufzuhalten. Damit kann man für ein paar Hundert Euro ein Haus absichern. "Jeder, der glaubt, gefährdet zu sein, sollte mit der nächstgelegenen polizeilichen Beratungsstelle Kontakt aufnehmen", rät Kriminologe Feltes. Die gibt die beste Auskunft, welche Sicherungsmaßnahmen funktionieren. "Wohnungsmieter haben es da schwerer. Sie dürfen selbst keine baulichen Veränderungen anbringen, wie Riegel an der Tür, und sollten mit ihrem Vermieter sprechen."

Es geht aber noch viel einfacher – und billiger: Polizeiliche Befragungen ergaben, dass 20 Prozent der Bewohner ihre Haustüren gewohnheitsmäßig nicht abschlossen, bevor sie Einbruchsopfer wurden. Danach taten es fast alle. Das wirksamste Mittel gegen Einbrüche ist aber neben technischen Sicherungen "eine gute und aufmerksame Nachbarschaft", sagt Feltes, "man sollte also einen Nachbarn bitten, auf Haus oder Wohnung aufzupassen, wenn man weg ist." Ein Drittel aller Täter ergriff nämlich die Flucht, weil es beim Aufhebeln von Fenstern und Türen gestört wurde.