China wird das erste Atomkraftwerk des Sudans bauen. Ein entsprechendes Rahmenabkommen unterzeichnete der Direktor der chinesischen Energiebehörde, Nur Bekri, während eines dreitägigen Besuchs in Khartum, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Welchen Reaktortyp genau der chinesische Staatskonzern China National Nuclear Corp (CNNC) im Sudan bauen soll, wurde nicht mitgeteilt. China versucht derzeit, seine Eigenentwicklung Hualong 1 an andere Länder zu verkaufen: Bis 2030 sollen etwa 30 Reaktoren exportiert werden, sagte CNNC-Vorstand Sun Qin der China Daily. China hat bereits mit einer Reihe von Ländern Verträge zum Bau von Kernkraftwerken unterzeichnet, darunter Rumänien, Saudi-Arabien, Argentinien und Kenia. Über das Volumen des Sudan-Geschäfts wurde nichts bekannt.

Der Sudan plant den Bau seines ersten Nuklearreaktors ab 2021, er soll ab 2027 kommerziell genutzt werden. Das geht aus einer Präsentation hervor, die das Land im Oktober vergangenen Jahres bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zeigte. Geplant sind demnach zwei Druckwasserreaktoren mit je 600 Megawatt. Derzeit kann der Sudan nach eigenen Angaben 3.025 Megawatt aus konventionellen Kraftwerken selbst erzeugen, rechnet aber bis 2031 mit einem Anstieg des Energiebedarfs auf 8.500 Megawatt.

Die Vorbereitungen für den Einstieg in die Atomenergie laufen im Sudan schon seit Jahren in enger Abstimmung mit der IAEA. 2010 war die Kooperation mit China in Gang gekommen. Seit 2011 wird bereits erstes sudanesisches Fachpersonal in China geschult.

Der sudanesische Präsident Omar al-Baschir ist im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in den Darfur-Provinzen vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt. Die US-Regierung hatte ihm vor Jahren auch vorgeworfen, Giftgas herzustellen und sogar eine Fabrik in Khartum bombardiert. Zur iranischen Regierung unterhält Al-Baschir enge Beziehungen, die IAEA geht jedoch davon aus, dass der Sudan die Atomkraft ausschließlich friedlich nutzt.